Grundschüler im Nachhilfeunterricht © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Grundschüler im Nachhilfeunterricht © Robert Kneschke, stock.adobe.com
10.6.2022

AK-Nachhilfestudie 2022

41.000 Schüler:innen in Niederösterreich hatten im Sommer 2021 bzw. im Schuljahr 2021/22 Nachhilfe oder Lernhilfe. Bei 25.000 davon wurde diese von den Familien selbst bezahlt.

670 Euro pro Kind und Jahr haben Eltern im Durchschnitt dafür ausgegeben. Das ist um 200 Euro mehr als im Schuljahr 2019/20. So das Ergebnis einer Umfrage des Instituts IFES im Auftrag der AK.


"Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Eltern, die für Nachhilfe bezahlt haben, fühlt sich durch die Nachhilfekosten finanziell spürbar bis sehr stark belastet. Eltern und Schüler:innen brauchen dringend mehr kostenlose Lernhilfeangebote an den Schulen, mehr Zeit im Unterricht zum Üben, eine Ausweitung der schulischen Nachmittagsbetreuung mit individueller Förderung und einen Ausbau der Ganztagsschulen, damit Lernen und Üben vorrangig in der Schule stattfinden kann“, so AK Niederösterreich Präsident und ÖGB Niederösterreich Vorsitzender Markus Wieser.

„Gerade in Zeiten drastisch steigender Preise für Lebensmittel, Wohnen und Treibstoff brauchen Eltern diese Verbesserungen dringend“.

In Niederösterreich haben die Eltern ca. 16,8 Millionen Euro für Nachhilfe ausgegeben (Schuljahr 2019/20: 16 Mio. Euro). Bei deutlich gesunkenem Nachhilfeanteil (-17 Prozent) erklärt sich der Anstieg somit aus den höheren Kosten für Nachhilfeangebote.

Bezahlte Nachhilfe hätten auch gerne die Eltern von rund 33.000 weiteren Schüler:innen in Anspruch genommen. Meist war diese aber zu teuer oder es konnte kein passendes Angebot gefunden werden.

Mütter unterstützen beim Lernen

Mit fast zwei Drittel der Schüler:innen (61 Prozent) lernen die Eltern mindestens einmal oder mehrmals in der Woche. 28 Prozent der Eltern lernen sogar täglich mit ihren Kindern.

Beinahe die Hälfte der Eltern, die ihren Kindern bei Hausaufgaben helfen, sind spürbar zeitlich belastet. Trotz zusätzlicher Gelder aus dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung hat sich die Zahl der Kinder, die im Förderunterricht zusätzliche Unterstützung bekommen, kaum erhöht.

In zwei Drittel der Fälle (67 Prozent) sind es Mütter, die ihre Kinder beim Lernen und bei den Hausaufgaben primär unterstützen. Für nur 16 Prozent der Kinder übernehmen diese Aufgabe vorrangig die Väter.

Eltern und Schüler:innen brauchen dringend mehr kostenlose Lernhilfeangebote an den Schulen.

Markus Wieser

AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender

AK Forderungen

  • Es braucht dringend mehr Lehr- und Unterstützungspersonal an den Schulen, um den Schüler:innen die nötige schulische Lernumgebung zu ermöglichen. Mehr Lehrpersonal ist nötig, um den Schulstoff ausreichend erklären und üben zu können und Unterstützungspersonal braucht es für spezielle Förderung bei besonderen Lernschwächen.
  • Die schulischen Lern- und Förderangebote müssen verstärkt werden. Trotz zusätzlichem Budget (und der Einführung der Sommerschule!) bekommen kaum mehr Schüler:innen die benötigte Unterstützung. Bezahlte Nachhilfe ist für viele Familien nicht leistbar und so verringern sich die Bildungschancen dieser Kinder. 
  • Würden Schulen nach dem AK-Chancenindex finanziell ausgestattet, wäre die Sorge von Eltern, dass ihre Kinder mit „schlechteren“ Noten in Brennpunktschulen landen, unberechtigt und der Leistungsdruck für die Schüler:innen geringer.
  • In NÖ braucht es einen ambitionierten Ausbau von Nachmittagsbetreuungs- und Ganztagsschulangeboten, da die Lernunterstützung derzeit maßgeblich vom Einsatz der Eltern, und hier vor allem der Mütter, abhängt. Besonders belastend ist die geleistete Lernunterstützung für Berufstätige und Alleinerzieher:innen.

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Eltern und Schüler:innen brauchen dringend mehr kostenlose Lernhilfeangebote an den Schulen.

Markus Wieser

AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender