Was ist unter „Ein­kommen“ zu ver­stehen?

Einkommen bei betrieblichen Tätigkeiten

Bei betrieblichen Tätigkeiten, zB bei einem freien Dienstvertrag, ist zunächst der Gewinn aus dieser Tätigkeit zu ermitteln. Der Gewinn wird berechnet, indem von den Einnahmen (Honoare) die betrieblichen Ausgaben (zB Sozialversicherungsbeiträge) und der Gewinnfreibetrag abgezogen wird. Als zu versteuerndes Einkommen bezeichnet man schließlich den Gewinnabzüglich Sonderausgaben und außergewöhnlicher Belastungen.

Einkommen aus nichtselbstständiger Tätigkeit

Bei einer nichtselbstständigen Arbeit ergeben sich die Einkünfte, indem von den Einnahmen (laufende Bruttogehälter und –löhne ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld) die Werbungskosten abgezogen werden. Auch die Sozialversicherungsbeiträge gelten als Werbungskosten.  Werden von diesem Betrag noch Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen abgezogen, spricht man vom Einkommen, das versteuert wird. 

Kombination unselbstständiger & selbstständiger Tätigkeit

Bei einer Kombination aus nichtselbstständiger Arbeit und betrieblicher Tätigkeit werden die Einkünfteaus der nichtselbstständigen Arbeit und der Gewinn aus der betrieblichen Tätigkeit zusammengezählt. Von diesem Gesamtbetrag werden noch die Sonderausgaben und die außergewöhnlichen Belastungen abgezogen. Der so ermittelte Betrag ist das Einkommen, das versteuert werden muss.

Beispiel 1

Eine freie Dienstnehmerin erzielt im Jahr Honorare (Einnahmen) in Höhe von 21.600 Euro. Nach Abzug von Betriebsausgaben und dem Gewinnfreibetrag verbleibt ein Gewinn von 13.790 Euro. Zusätzlich wird das Pauschale für Sonderausgaben 60 Euro (bis 2020) abgezogen. Außergewöhnliche Belastungen sind nicht vorhanden. Versteuert werden muss daher ein Einkommen von 13.730 Euro.

Beispiel 2

Eine Architektin arbeitet bei zwei Dienstgebern auf Basis freier Dienstverträge. Bei Dienstgeber A verdient sie 18.000 Euro. Bei Dienstgeber B arbeitet sie als geringfügig beschäftigte freie Dienst­nehmerin und verdient 2.700 Euro. Nach Abzug aller Ausgaben verbleibt insgesamt für beide Tätigkeiten ein Gewinn von 13.558 Euro. Neben den pauschalen Sonderausgaben sind noch Ausgaben wegen einer Behinderung in Höhe von 970 Euro angefallen, sonst liegen keine weiteren Sonderausgaben bzw. außergewöhnliche Belastungen vor. Versteuert werden muss daher ein Einkommen von 12.588 Euro.