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Zwei oder mehr geringfügige Beschäftigungen

Für viele ein böses Erwachen: Wer zwei oder mehr geringfügige Jobs hat, muss oft mit einer Nachzahlung bei der Sozialversicherung rechnen. Die gute Nachricht: Bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung kann man sich einen Teil davon wieder zurückholen. Hier die Details.

Was Sie steuerlich bedenken sollten

Die Grenze, bis zu der es sich um eine geringfügige Beschäftigung handelt, liegt 2018 bei 438,05 € monatlich (2017 lag sie bei 425,70 €.) Sie haben mit keiner Steuernachzahlung zu rechnen, wenn Sie gleichzeitig mit dem Gesamteinkommen unter der jährlichen Steuergrenze von 12.000 € bleiben.  

TIPP

Wenn Sie für die geringfügigen Beschäftigungen Sozialversicherungsbeiträge nachzahlen müssen, kann es für Sie von Vorteil sein, die ArbeitnehmerInnenveranlagung beim Finanzamt einzureichen. Sie bekommen vom Finanzamt eine Negativsteuer erstattet. Die Negativsteuer errechnet sich mit einem bestimmten Prozentsatz der Sozialversicherungsbeiträge. Sollten Sie zumindest ein Monat Anspruch auf ein Pendlerpauschale haben, erhöht sich die Negativsteuer noch zusätzlich. PensionistInnen erhalten ab 2015 erstmals eine Negativsteuer!

So viel Negativsteuer gibt es...

bis 2014 2015 ab 2016
Anteil SV Maximum Anteil SV Maximum Anteil SV Maximum
ArbeitnehmerInnnen            
Mit PP/P€* 18% 400 € 36% 450 € 50% 500 €
Ohne PP/P€ 10% 110 € 20% 220 € 50% 400 €
PensionistInnen  keine 20% 55 € 50% 110 €

* PP/P€ = Pendlerpauschale/Pendlereuro

Auswirkungen bei der Sozialversicherung

Wird mit zwei oder mehreren geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen die Geringfügigkeitsgrenze überschritten, muss die Kranken- und Pensionsversicherung nachbezahlt werden - allerdings nur in den Monaten, in denen Sie die Geringfügigkeitsgrenze überschreiten. Die Nachzahlung beträgt 14,62 % der gesamten Monatseinkünfte. Der Vorteil: Sie sind damit auch voll krankenversichert und erwerben Pensionszeiten.

Was Sie melden müssen

Die Sozialversicherung meldet sich im Folgejahr automatisch. Sie können sich aber auch selbst im laufenden Jahr melden und die fälligen Beiträge monatlich zahlen. Zur ArbeitnehmerInnenveranlagung verpflichtet sind Sie, wenn Sie mit mehreren geringfügigen Arbeitsverhältnissen die jährliche Steuergrenze von 12.000 € überschreiten (=Pflichtveranlagung). In diesem Fall müssen Sie bis zum 30. September des Folgejahres eine ArbeitnehmerInnenveranlagung beim Finanzamt einreichen.

Ein Beispiel

Eine teilzeitbeschäftigte Angestellte verdient in zwei ganzjährigen geringfügigen Beschäftigungen 350 € und 250 € monatlich, insgesamt also 600 € pro Monat. Weil sie damit die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet, wird ihr Sozialversicherung nachberechnet, und zwar nach folgender Formel:

(350 € + 250 €) x 0,1462 x 12 = 1.052,64 €


Sie muss also 1.052,64 € Sozialversicherung für das gesamte Jahr nachzahlen. Eine Verpflichtung zur ArbeitnehmerInnenveranlagung hat sie jedoch nicht, da ihr Jahreseinkommen unter 12.000 € liegt (12 x 350 € + 12 x 250 € = 7.200 €).


Allerdings kann sie mit der ArbeitnehmerInnenveranlagung die Sozialversicherungsbeiträge geltend machen und bekommt die Negativsteuer erstattet.

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Schlagworte: Nebenjob
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