2.3.2017

Knapp 34.000 Euro für Lkw-Fahrer erkämpft

Die AK Niederösterreich hat die unberechtigte Entlassung eines Lkw-Fahrers erfolgreich aufheben lassen. „Wir haben für ihn 33.640 Euro Abfertigung erkämpft, um die er sonst umgefallen wäre“, zeigt sich AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser erfreut über den Erfolg der AK-ArbeitsrechtsexpertInnen.

Nach 34 Jahren beim gleichen Unternehmer ein einziger Vorfall und das in der Freizeit. Bei einer Polizeikontrolle verlor der 57-jährige Lkw-Fahrer für vier Wochen seinen Führerschein. Der Chef sprach sofort die Entlassung aus – mit dem Angebot, der Beschäftigte könne ja in vier Wochen wieder bei ihm anfangen. Davon, dass es „unzumutbar“ wäre, den Mann weiterzubeschäftigen, konnte also keine Rede sein. Das ist aber die Voraussetzung für eine Entlassung. 

Zumal die gleiche Firma in ähnlichen Situationen Fahrer nicht entlassen hatte sondern sie in anderen Bereichen weiterbeschäftigte, bis sie ihren Führerschein wieder hatten. Im konkreten Fall hätte sich der Arbeitgeber mit einer Entlassung allerdings um die Abfertigung eines langjährigen Mitarbeiters herumschummeln können. 

Eine erste Intervention der AK Niederösterreich scheiterte. Erst als die ArbeitsrechtsexpertInnen dem Firmeninhaber mit einer Klage drohten, erklärte er sich bereit, die Entlassung in eine einvernehmliche Auflösung umzuwandeln. Damit hatte der Lkw-Fahrer, der fast sein gesamtes Berufsleben in der Firma verbracht hatte, auch wieder Anspruch auf seine Abfertigung. In einem Vergleich zahlte ihm der ehemalige Chef 33.640 Euro nach. 

„Das zeigt einmal mehr, wie wichtig der Rechtsschutz der Arbeiterkammer ist. So ist es möglich, dass berechtigte Ansprüche der ArbeitnehmerInnen durchgesetzt werden können“, sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.