10.2.2021

WhatsApp: Die neuen Nutzungsbedingungen

Die Aktualisierungen von Datenschutzrichtlinie und Nutzungsbedingungen haben für Unruhe gesorgt. KonsumentInnen wissen zum Teil nicht, was die Änderungen bedeuten. Dabei nutzen fast 60 Prozent der österreichischen Online-Bevölkerung WhatsApp (Quelle: Reppublika).

Am 4. Jänner 2021 hat WhatsApp die Änderungen veröffentlicht. Ursprünglich sollte jeder, der die neuen Bestimmungen ablehnt, WhatsApp mit 8. Februar 2021 nicht mehr nutzen können. Mittlerweile ist der Messenger-Dienst zurückgerudert und beteuert im Unternehmensblog, dass die neuen Optionen erst am 15. Mai verfügbar sein werden. Ob man dann auch noch bei WhatsApp bleiben kann, wenn man den neuen Bedingungen nicht zustimmen möchte, bleibt offen.

Persönliche Nachrichten bleiben geschützt

Die gute Nachricht zu Beginn: Für österreichische NutzerInnen sind die Änderungen nicht so bedenklich, wie es zunächst scheint. Denn durch die Datenschutz-Grundverordnung in der EU müssen die Daten von europäischen NutzerInnen stärker geschützt werden als im internationalen Vergleich.

Gleich bleibt, dass WhatsApp und Facebook Daten von NutzerInnen nicht für Werbezwecke austauschen dürfen. Was das Unternehmen jedoch schon darf: Die Kundendaten innerhalb des Konzerns weitergeben. Das bedeutet, dass WhatsApp z.B. Profilname und Telefonnummer an Facebook und Instagram übermitteln darf. Facebook und Instagram dürfen die Daten jedoch nicht für personalisierte Werbeanzeigen nutzen.

Das darf WhatsApp jedoch schon seit 2016, sprich: Wenn Sie bisher WhatsApp genutzt haben, haben Sie bereits Ihr Einverständnis gegeben. Die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Nachrichten und Anrufen bleibt weiterhin bestehen. Facebook hat so aber trotzdem Zugang zu den Metadaten der NutzerInnen, mit welchen Nutzerprofile erstellt werden können. Das Netzwerk weiß also, wann wer mit wem chattet, wo man sich gerade aufhält und ob ein brandneues oder ein altes Smartphone verwendet wird. Lediglich die Chat-Inhalte sind geschützt.

Was bedeutet eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

Ist ein Chat Ende-zu-Ende-verschlüsselt, so kann außer Ihnen und Ihren GesprächspartnerInnen niemand dessen Inhalte einsehen. Dies gilt für Textnachrichten genauso wie für Bilder und Videos. Das bedeutet, dass weder der App-Betreiber WhatsApp, noch die Konzernmutter Facebook auf die Inhalte Ihrer privaten Nachrichten zugreifen können.

Wozu die Aktualisierung der Nutzungsbestimmungen?

Seit 2014 ist WhatsApp Teil des Facebook-Netzwerks, seit 2016 dürfen laut Nutzungsbedingungen der App Daten innerhalb des Konzerns ausgetauscht werden. Account-Informationen wie Profilname, Profilbild, Handynummer oder auch E-Mail-Adresse stehen somit auch Facebook und Instagram zur Verfügung. Aber auch auf Telefonnummern aus dem Adressbuch haben Facebook & Co. Zugriff. 

Was sich mit den neuen Nutzungsbestimmungen für NutzerInnen innerhalb der EU vorwiegend ändert ist die Kommunikation mit Unternehmen. UserInnen sollen durch die neuen Bestimmungen leichter mit Unternehmen in Kontakt treten können. So leitet der Messenger-Dienst langsam alles in die Wege dafür, dass NutzerInnen in Zukunft auch über WhatsApp shoppen können. Unternehmen sollen die Möglichkeit bekommen, Kundenservice offiziell via WhatsApp zu betreiben. Damit kann Facebook aber wiederum in Zukunft mehr Metadaten sammeln, etwa über das Einkaufsverhalten von KundInnen. 

So schützen Sie sich selbst!

Unabhängig vom gewählten Messenger-Dienst gibt es Möglichkeiten, Spuren selbst zu verwischen:

  • Datenangabe: Nur, weil Sie alles angeben können, müssen Sie das nicht auch tun! Verzichten Sie auf ein persönliches Profilfoto und geben Sie nicht Ihren vollständigen Namen an.
  • Statusmeldungen: Wenn Sie doch nicht auf ein persönliches Profilbild verzichten wollen, können Sie zumindest Ihre Privatsphäre-Einstellungen verbessern. Stellen Sie ein, dass nur gespeicherte Kontakte Statusinfo und Profilbild sehen können. Bei den meisten Messenger-Diensten können Sie außerdem einstellen, ob es sichtbar ist, dass Sie online sind bzw. die Nachricht gelesen haben. Schalten Sie diese Sichtbarkeit aus. Wichtig: Sie erhalten dann aber auch keine Lesebestätigungen anderer NutzerInnen.
  • Aufpassen bei Gruppenchats: Hin und wieder kommt es vor, dass man von einer bekannten Person zu einer Gruppe hinzugefügt wird. Wenn in dieser Gruppe Ihnen Fremde dabei sind, können diese an Ihre Daten gelangen! Möchten Sie das vermeiden, können Sie z.B. auf WhatsApp einstellen, dass Sie einen Gruppenbeitritt zuerst selbst bestätigen müssen. Oder Sie verbieten Ihren Kontakten, dass diese Sie überhaupt zu Gruppen hinzufügen können. Diese Einstellung können Sie für alle, aber auch nur für bestimmte Ihrer Kontakte vornehmen.
 

So verwenden Sie Ihren WhatsApp-Account richtig

Saferinternet.at hat zusammengefasst, wie Sie Ihren WhatsApp-Account sicher verwenden und bei Bedarf auch löschen können. Dabei gibt es für jeden Schritt entsprechende Screenshots je Betriebssystem (Android und iOS).


Mehr zu den Änderungen

Saferinternet.at

 

Reichweite verschiedener Onlinedienste

Reppublika Digital Ratings (englisch)

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