22.2.2021

Tarifänderungen: Wer bleibt zahlt drauf

Mobilfunkanbieter verändern immer wieder die Verträge bestehender KundInnen – leider nur selten zu deren Vorteil. Wir erklären Ihnen, was die Änderungen für Sie bedeuten können.

Oft schlechtere Leistung zum höheren Preis

Langsameres Internet und zugleich höhere Kosten, Verbraucherpreisindex oder plötzliche Servicepauschalen: Nicht selten flattern Schreiben mit „Wichtigen Informationen“ und sogenannter „nicht ausschließlich begünstigender Änderung der Vertragsbedingungen“ ins Haus.

So melden sich aktuell wieder verstärkt betroffene KonsumentInnen bei der Konsumentenberatung, da sie Rat und Hilfe suchen. In den Schreiben werden Verschlechterungen für Mobilfunk- und Internetverträge angekündigt. Mit dabei ist beispielsweise eine jährliche Servicepauschale von 25 Euro. Diese Servicepauschale dient laut dem Mobilfunker unter anderem dem Tausch der SIM-Karte. Außerdem wird für einige Tarife eine Indexsicherung nach dem Verbraucherpreisindex (VPI) der Statistik Austria eingeführt. Das bedeutet, dass der Mobilfunker den Preis für Tarif und Servicepauschale erhöhen darf, wenn der VPI steigt. Umgekehrt muss aber eine Senkung ebenfalls an die KundInnen weitergegeben werden.

Neben den preislichen Verschlechterungen für KonsumentInnen bringt die Vertragsänderung auch deutliche Nachteile aus technischer Sicht. So werden zum Beispiel Bandbreiten-Kategorien eingeführt. Dadurch werden die betroffenen KundInnen in Zukunft gegenüber besser Zahlenden benachteiligt. Denn bei Engpässen – die fast immer vorhanden sind – wird die Bandbreite entsprechend der Kategorie eingeteilt. Wer mehr zahlt, bekommt also auch mehr.

Das darf wirklich sein?

Leider ja. Im Telekommunikationsgesetz (§ 25 Abs 3 TKG 2003) ist festgelegt, dass KonsumentInnen über solche Vertragsänderungen transparent informiert werden müssen. Wer den neuen Bedingungen nicht zustimmt, hat nur eine Alternative: Die Vertragskündigung. Denn ein „Beibehalten“ der bisherigen Vertragsbedingungen ist nicht möglich.

Was tun gegen die Benachteiligung?

  • Ein Vergleich der aktuellen Alternativen auf dem Mobilfunkmarkt lohnt sich. Auf handy.arbeiterkammer.at finden Sie alle aktuellen Tarifoptionen der jeweiligen Netze. Wer nicht unbedingt ein neues preisgestütztes Endgerät benötigt, kann sich für einen Diskont-Anbieter ohne Bindefrist entscheiden. Damit kann flexibler auf neue Angebote reagiert werden.
  • Entscheiden Sie erst nach dem Vergleich, ob Sie den Vertrag wirklich kündigen und den Anbieter wechseln wollen oder nicht.
  • Auch die Rufnummernmitnahme ist für einen Betreiberwechsel oft ein entscheidendes Kriterium. Häufig übernimmt ein neuer Anbieter die 10 Euro an Portierungskosten (Stand: 22. 02. 2021).
    Wichtig: Bei einer außerordentlichen Kündigung wegen nachteiliger Änderung von Entgelten oder Geschäftsbedingungen durch den Betreiber dürfen diese Kosten nicht anfallen. Nähere Informationen zur Rufnummernmitnahme finden Sie hier.

TIPP

Auf netztest.at können Sie ihr eigenes Netz in Echtzeit testen. Dort finden Sie Informationen und Erfahrungen anderer KundInnen in Ihrer Umgebung.

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