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Abo-Fallen am Handy

Kostenpflichtige Abodienste am Smartphone tarnen sich oft als vermeintliche Viren-Warnungen oder Software-Updates, die angeblich notwendig sind. Sie tauchen als Werbung in Apps oder als Pop-Ups auf Webseiten auf, wie ein Feldversuch der AK Niederösterreich ergibt.

Oft merken KonsumentInnen im ersten Moment gar nicht, dass sie ein Abo abgeschlossen haben. Erst wenn auf der Handyrechnung Posten wie "WAP/WEB/Mehrwertdienst", "Premium SMS & Dienste" oder "Einkauf digitaler Güter" auftauchen, wird klar: Das wird teuer. Solche Abos kosten nämlich gut und gerne 50 Euro im Monat.

Juristisch ist diese Vorgangsweise problematisch, müsste bei einem Vertragsabschluss dem User doch klar ersichtlich sein, worum es bei diesem Vertrag geht. Der Bezahl-Button muss mit der Aufschrift "Kaufen" oder Bezahlen" gekennzeichnet sein. Ein Hinweis im Kleingedruckten ist da zu wenig.

Was kann ich tun, wenn ich vermeintlich unbestellte Abo-Dienste auf meiner Handyrechnung finde?

  • Stoppen Sie den jeweiligen Dienst umgehend über Ihren Mobilfunkanbieter und sperren Sie die dazugehörige Bezahlmöglichkeit. Wichtig ist dabei auch eine Bestätigung durch den Mobilfunkanbieter.
  • Erheben Sie mit einem eingeschriebenen Brief Einspruch gegen die jeweilige Rechnung bei Ihrem Mobilfunkanbieter. Die Einspruchsfrist beträgt 3 Monate ab Rechnungserhalt. Einen passend Musterbrief gibt’s in der Infobox.
  • Registrieren Sie sich zusätzlich eine Beschwerde bei der RTR, der Rundfunk und Telekom GmbH. Wichtig: Den Aufschub der Fälligkeit eines strittigen Rechnungsbetrages erreichen Sie nur durch eine fristgerechte Beeinspruchung der jeweiligen Rechnung bei Ihrem Mobilfunkanbieter und durch Antragstellung bei der RTR GmbH. Die Antragstellung ist auch über das Internet möglich: www.rtr.at/schlichtungsstelle.

Wie vermeide ich ungewünschte Abos im Vorhinein?

  • Wenn Sie kein Interesse an einer Bezahlmöglichkeit über Ihren Mobilfunkanschluss haben, lassen sie diese bei Ihrem Netzbetreiber sperren. Fordern Sie dafür eine schriftliche Bestätigung.
  • Hinterfragen Sie Pop-Ups oder Meldungen über angeblichen Virenbefall oder benötigte Softwareupdates und klicken Sie nicht zu voreilig auf solche Meldungen und Werbebanner.

Die AK Niederösterreich fordert eine Reihe von Änderungen, um österreichische VerbraucherInnen wirksamer zu schützen:

  • Opt In statt Opt out:
    Derzeit sind die meisten Mobilfunkanschlüsse für diese Art von kostenpflichtigen Abodienste von Drittanbietern freigeschalten, was den meisten Verbraucherinnen und Verbraucher aber gar nicht bewusst ist. Daher wird eine bereits voreingestellte Sperre für kostenpflichtige Abodienste von Drittanbietern gefordert, die im Regelfall über WAP-/VAS-Billing oder unter Umständen auch über Mehrwertdienste verrechnet werden, gefordert.  Diese Sperre sollte auf Wunsch des Teilnehmers kostenfrei deaktivier- und wieder aktivierbar sein.

  • Absicherung durch das Kundenkennwort von kostenpflichtigen Diensten:
    Kostenpflichtige Abodienste sollen jeweils mit dem persönlichen Kennwort des Netzanbieters durch den Teilnehmer bestätigt werden.

  • Information im 10,- EUR Intervall:
    Bei laufenden Abo-Verträgen sollen die Teilnehmer Informationen in 10 Euro-Intervallen beispielsweise per SMS erhalten und diese wiederum aktiv bestätigen müssen, um hohe Kosten zu vermeiden. Diese Infopflicht gibt es unter bestimmten Voraussetzungen bereits für Mehrwertdienste.

  • Bessere Information über mobile Payment seitens der Mobilfunkbetreiber:
    Da vielen Konsumentinnen und Konsumenten nicht bewusst ist, dass sie mit ihrem Handy oder mobilen Internetanschluss neben Telefonieren, SMS senden oder surfen eben auch kostenpflichtige Verträge mit Drittanbietern abschließen können, wird eine verpflichtend zu erteilende und transparente Informationen über Bezahlmöglichkeiten über den Mobilfunkanschluss gefordert.


Beispiele für Abo-Fallen unter www.watchlist-internet.at/handy-abzocke.

Konsumentenschützer Michael Dunkl © -, AK

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