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Kontaktloses Bezahlen - häufig gestellte Fragen zu NFC

Praktisch und schnell ist es ja, das kontaktlose Zahlen. Aber kann es auch riskant sein? Ändert sich mein Kartenvertrag mit der neuen Technologie? Und wie funktioniert es überhaupt? Die wichtigsten Fragen & Antworten im Überblick.

Was ist „NFC“ oder „Kontaktloses Bezahlen“?

Kontaktloses Bezahlen, auch Near Field Communication (NFC) genannt, ist eine neue Zahlungstechnologie, die es ermöglichen soll, an ausgewählten und entsprechend gekennzeichneten Akzeptanzstellen kontaktlos zu bezahlen. Das funktioniert ohne PIN oder Unterschrift, die Bankomatkarte muss einfach an einen speziellen Kartenleser gehalten werden. Diese Methode soll Zahlen schneller und einfacher machen.

Mit welchen Karten funktioniert "Kontaktloses Bezahlen"?

NFC ist im Jahr 2013 großflächig in Österreich eingeführt worden. Zu diesem Zweck haben die Banken und Kreditkartenunternehmen neue Karten ausgeben, die eine „Antenne“ eingebaut haben. NFC ist derzeit für das Begleichen von Kleinbeträgen von bis zu 25 Euro konzipiert. Wer unter dieser Grenze einkauft, braucht beim Zahlen weder Unterschrift noch PIN. Genutzt werden können diese Karten an speziell gekennzeichneten Terminals im In- und Ausland.

Muss der Karten- oder Kontovertrag geändert werden?

Zahlen ohne PIN bedeutet, dass technisch adaptierte oder neue Karten mit NFC-Funktion notwendig sind. Banken und Kreditkartenunternehmen versichern, dass die neuen Karten nicht mehr kosten. Extra Gebühren  oder Spesen sollen durch die NFC-Funktion nicht anfallen.

Die neue NFC-Funktion erforderte aber eine Änderung der Kartenbedingungen (Geschäftsbedingungen). Vor dem Austausch der Karten müssen die Banken den KundInnen die Änderung der Geschäftsbedingungen (z.B. NFC-Funktion, Haftung im Fall von Verlust und Missbrauch) vorschlagen und die geplanten Änderungen mitteilen. Das haben viele österreichische Banken auch gemacht. Die KonsumtenInnen konnten der Änderung der Geschäftsbedingungen zustimmen oder innerhalb von zwei Monaten widersprechen. Auch Schweigen kann gemäß den Banken AGBs als Zustimmung gelten.  

Wie funktioniert Kontaktloses Bezahlen?

Nach dem Start des Bezahlvorganges erscheint am Display des Terminals der zu bezahlende Betrag mit der Aufforderung, die Karte an das Lesegerät zu halten. Am Lesegerät selbst gibt es eine so genannte „Landing Zone“, an die die Karte zu halten ist. Zusätzlich erscheint auf dem Terminal ein Lichtsignal. Nachdem die Karte gelesen wurde, ist die Transaktion abgeschlossen: Das Display zeigt an, dass die Karte vom Lesegerät entfernt werden kann, ein neuerliches Licht- und Tonsignal beschließen den kontaktlosen Bezahlvorgang.

Welche Beträge und wie oft kann man kontaktlos bezahlen?

Der Einkauf wird pro Bezahlvorgang auf eine Wertgrenze von etwa 25 Euro begrenzt. Darüber hinaus gibt es zusätzliche Limits, damit mit der Karte nicht unendlich oft bezahlt werden kann. Ab z.B. 5 Transaktionen bzw. NFC-Zahlungen muss der Karteninhaber auch den PIN (Personal Identification Number) eingeben, damit die Legitimität des Inhabers bzw. Bezahlers überprüft wird.

Kann eine „unabsichtliche“ Zahlung passieren?

Die Payment Service Austria (Tochterunternehmen der heimischen Banken zur Abwicklung des Bankomaten- und Bankomatkartengeschäftes) hat in den letzten Jahren Pilotprojekte in Österreich durchgeführt und den Einsatz von NFC regional bzw. in ausgewählten Filialen getestet. Ein versehentliches Bezahlen soll nicht möglich sein, weil die Karte auf wenige Zentimeter zum Terminal gehalten werden muss. Im Vorbeigehen ist ein ungewollter Bezahlvorgang daher nicht möglich. Der zu zahlende Betrag wird zudem auch immer am Terminal angezeigt.

Wer haftet bei Verlust oder Diebstahl der Karte?

Höherer Komfort und die Zeitersparnis durch schnelleres Bezahlen bei Kassen in Handelsunternehmen stehen dem Risiko gegenüber, dass bei Verlust oder Diebstahl bis zur Sperre der Bankomatkarte jeder, der die Karte unrechtmäßig besitzt, mit der Karte einkaufen kann. In jedem Fall sollten KarteninhaberInnen im Verlust- oder Diebstahlsfall die Karte umgehend sperren lassen.

Grundsätzlich ist der Schaden, der durch den Missbrauch der NFC-Funktion entsteht, von der kartenausgebenden Bank zu tragen – ausgenommen der Kunde geht betrügerisch vor. Das Zahlungsdienstegesetz sieht eine (Mit-) Haftung der KundInnen im Missbrauchsfall nämlich nur bei Zahlungsmethoden vor, die mit persönlichen Sicherheitsmerkmalen (z.B. PIN-Code bei „normaler“ Bankomatbezahlung) durchgeführt werden. Die Sorgfaltspflichten, die für alle Bankkarten gelten, sollten aber jedenfalls auch bei NFC-Karten eingehalten werden, denn ein Missbrauch kann die  Bankomatfunktion betreffen und bei Fahrlässigkeit zur Haftung führen.

Forderungen
  • Keine Nachteile für die KundInnen!
    Die AK fordert, dass den KarteninhaberInnen keine nachteiligen Haftungsbestimmungen, keine Mehrkosten (höhere Kartengebühren, keine höheren Buchungskosten) und keine Nachteile bei der Datenverwendung durch Handelsunternehmen (d.h. keine unzulässige Verwendung von Kundendaten bei bargeldlosen Zahlungen) aufgebürdet werden.

  • KundInnen sollen selbst entscheiden können!
    Aus Sicht des Konsumentenschutzes sollen die Karteninhaber vor dem Kartentausch (wenn die Gültigkeit der Bankomat- oder Kreditkarte ausläuft) selbst entscheiden können, ob sie künftig eine Karte mit oder ohne NFC-Funktion verwenden wollen. Falls eine Bank beim Kartentausch ausschließlich Karten mit NFC-Funktion ausliefern will, sollten die Karteninhaber zumindest die Möglichkeit haben, die NFC-Funktion kostenfrei deaktivieren zu lassen.


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