Cashpresso: Kritik an Kredit-App

Jung, stylisch, unkompliziert und schnell. So präsentiert sich der Wiener Kreditvermittler Cashpresso, der wohl nicht zufällig so ähnlich heißt wie eine bekannte Kaffeekapselmarke. Genauso wie beim Vorbild hat das freilich seinen Preis. 9,99 Prozent Zinsen pro Jahr fallen nach dem ersten Monat für die Kleinkredite an, die das Start Up vermittelt und per Smartphone-App vergibt.

Die KonsumentenschützerInnen befürchten, dass das als unkompliziert verkaufte Angebot für junge Menschen ein Schritt in die Schuldenfalle sein kann. Cashpresso hat Menschen zwischen 18 und 30 Jahren als Zielgruppe im Auge. JedeR Vierte, der/die die Hilfe der Schuldnerberatung in Anspruch nimmt, ist in dieser Altersgruppe. Durchschnittlich haben sie 30.000 Euro Schulden. Und allein im Vorjahr schlitterten 1.500 Menschen unter 30 in Österreich in den Privatkonkurs.

Unüberlegte Schulden

Dass Cashpresso nach eigenen Angaben die Kredite online und innerhalb von zehn Minuten vermittelt, könnte junge Menschen verleiten, unüberlegt Schulden zu machen. Bei einem normalen Bankkredit sei der Aufwand höher und bringe die Menschen zum Nachdenken, ob sie den Kredit wirklich brauchen. Zudem besteht aus Sicht der ExpertInnen die Gefahr, dass junge Menschen einen Kredit bekämen, die ihn sich gar nicht leisten könnten. Ob das Konto überzogen ist, kann das Unternehmen im Gegensatz zur Hausbank nämlich nicht prüfen. Das sei gerade für junge Menschen mit überzogenem Konto eine Gefahr.

Hohe Zinsen

Dazu kommen für die KonsumentenschützerInnen die vergleichsweise hohen Zinsen, die Cashpresso verlangt. Schalterkredite bei Banken seien deutlich billiger. Grundsätzlich begrüße die AK Niederösterreich unternehmerische Innovationen und Neugründungen. Skepsis sei allerdings angebracht, wenn Produkte und Dienstleistungen auf den Markt kämen, die problematische Folgen haben könnten.


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