Radler im Test

Die Mischgetränke aus Bier und Limonaden werden immer beliebter. Leider enthalten sie eine beträchtliche Menge an Zucker.

Mit und ohne Alkohol

Das klassische Mischungsverhältnis liegt ursprünglich bei 50:50, also halb Bier, halb Limonade. Mittlerweile gibt es auch Radler, die weniger Bier und mehr Limo enthalten. Sie schmecken kaum bitter und enthalten weniger Alkohol, was bei vielen Kunden gut ankommt. Ebenfalls auf dem Markt sind alkoholfreie Radler. Auch alkoholfreie Radler enthalten etwas Alkohol, nämlich zwischen 0,1 und 0,3 Volumsprozent.

Aufreger Glyphosat

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft diese Substanz als erbgutschädigend und für Menschen als wahrscheinlich krebserregend ein. Deshalb wurde  untersucht, ob sich das Pestizid auch in Radlern findet. Erfreuliches Ergebnis: In 13 von 20 Produkten war Glyphosat nicht nachweisbar. In 7 Radlern wurden Spuren dieses Unkrautvernichters gefunden. Auch wenn die analysierten Mengen sehr gering sind und weit unter dem vorsorgeorientierten Grenzwert für Pestizide in Trinkwasser liegen (für Biermischgetränke existiert kein eigener Wert), hat dieser Stoff hier nichts verloren.

Zucker

Umgerechnet auf 100 Milliliter fanden wir mit 3,1 Gramm den wenigsten Zucker im naturtrüben Zitronenradler von Nixe. Gleich 5,4 Gramm Gesamtzucker sind es dagegen beim Ottakringer Citrusradler. Noch mehr aufgezuckert sind die Radler ohne Alkohol. Drei von vier enthalten mehr als 6 Gramm Gesamtzucker pro 100 Milliliter. Mit 6,8 Gramm pro 100 Milliliter ist der Zitrone-Orangenblüteradler von Kühles Blondes der süßeste von allen.

Verkostung

Die Verkoster konnten keine eindeutige Unterschiede zwischen alkoholfreien und Produkten mit Alkohol feststellen. Kein einziger Radler erhielt bei der Verkostung die Bestnote, manche Kommentare fielen sogar ziemlich heftig aus: „schmeckt nach Spülmittel“ oder gar „riecht nach WC-Spray“.

Daten und Fakten

Die meisten Radler werden mit Lager-/Märzenbier, der in Österreich beliebtesten Biersorte, hergestellt. Weizenbier kommt eher selten zum Einsatz. Bei den Geschmacksrichtungen liegt Zitrone an der Spitze. Ebenfalls ein Klassiker sind Mischungen mit Limette oder Kräutern. Um das Geschäft anzukurbeln, werden saisonal immer wieder neue Sorten angeboten, die aber meist schnell wieder aus den Regalen verschwinden. Versuche mit Himbeere oder Cola sind inzwischen Geschichte.

Der Markt für Radler hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Nach bescheidenen Anfängen 1995 mit 70.000 Hektolitern hielten wir 2015 bei 510.000 Hektoliter. Radler haben damit einen Anteil von 6 Prozent am gesamten Bierkonsum. 105 Liter Bier werden pro Kopf und Jahr bei uns getrunken. 8,56 Millionen Hektoliter Gerstensaft kamen im Vorjahr aus den heimischen Brauereien.



Dieser Test wurde vom Verein für Konsumenteninformation durchgeführt.