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Test: Glyphosat in allen konventionellen Grüntees

Nach den alarmierenden Ergebnissen des Schwarztee-Tests hat die Arbeiterkammer gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 nun auch 15 Grüntees auf Pestizid-Rückstände untersucht und findet auch hier Beunruhigendes: Wie schon beim Schwarztee war auch bei den Grüntees kein einziger Tee völlig frei von Pestizidrückständen. Die höchsten Rückstandsmengen stammen von dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat – auf allen neun untersuchten konventionellen Grüntees war das umstrittene Mittel zu finden.

Hier geht es zum Schwarztee-Test.

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, das von der WHO als wahrscheinlich krebserregend eingestuft ist, wird in letzter Zeit in den verschiedensten Lebensmitteln wie Mehl, Brot und sogar Bier nachgewiesen. Der Test zeigt, dass selbst Grüntee, der als besonders gesund und wohltuend gilt, mit Rückständen des Pestizids belastet ist. Die nachgewiesenen Mengen sind zwar keine akute Gesundheitsgefährdung für die KonsumentInnen, doch die ständig steigende Präsenz dieses Giftes, sogar in Grundnahrungsmitteln, sollte die Politik zum Handeln aufrufen.

Gefährdung für ArbeiterInnen

Der Nachweis von Glyphosat in Lebensmitteln ist schwierig und teuer, deshalb wird bei Routinekontrollen auf Pestizid-Rückstände dieser Wirkstoff meist gar nicht überprüft. Der Test zeigt jedoch, dass selbst ein in mehreren Schritten verarbeitetes Produkt wie Tee sogar nach der Trocknung und Fermentierung noch Rückstände aufweist. Die in der Tee-Plantage versprühten Mengen von Glyphosat müssen also immens sein und können eine Gefährdung für die ArbeiterInnen darstellen.

Auch die weiteren Ergebnisse des Grüntee-Tests weisen auf die problematischen Produktionsbedingungen hin: Auf einzelnen Tees wurden bis zu 15 verschiedene Wirkstoffe gefunden, darunter neun Pestizide, die in der EU gar nicht mehr zugelassen sind - meist aus gesundheitlichen Bedenken, aber auch aus Gründen des Umweltschutzes. Diese Verbote gelten aber nicht für importierte Lebensmittel: So lange der gesetzliche Höchstwert für Pestizid-Rückstände eingehalten wird, ist das Produkt in der EU verkehrsfähig. Dieser Höchstwert ist jedoch für einige Wirkstoffe bei Tee bis zu 300-mal höher als bei vergleichbaren Produkten wie Kräutertee, Kaffee oder Kakao.

Pestizid-Cocktails: Die unbekannte Gefahr?

Die nachgewiesenen Pestizid-Rückstände sind zwar aufgrund des Verarbeitungsgrades von Tee niedriger als zum Beispiel bei Gemüse und eine akute Gesundheitsgefährdung besteht auch wegen der geringen Verzehrsmenge nicht. Ein Großteil der gefundenen Wirkstoffe steht jedoch im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Diese Substanzen können schon in geringsten Dosen in den Hormon-Haushalt des Körpers eingreifen. Außerdem sind die Auswirkungen von Pestizid-Gemischen bisher noch wenig erforscht und auch nicht gesetzlich geregelt.

Alle Bio-Grüntees frei von Glyphosat-Rückständen

Grundsätzlich haben Pestizide in der Nahrung nichts verloren. Es zeigte sich wieder, dass nur biologische Lebensmittel sicher sind. Alle sechs getesteten Bio-Grüntees waren frei von Glyphosat.

Forderungen
  • Die EU soll die Pestizid-Höchstwerte bei Grün- und Schwarztee auf ein sicheres Niveau zu senken, um sowohl die Gesundheit der europäischen KonsumentInnen als auch die der ArbeiterInnen auf den Tee-Plantagen zu schützen.
  • Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat darf aufgrund seiner WHO-Einstufung als „wahrscheinlich beim Menschen krebserregend“ nicht weiter in der EU zugelassen werden.

Getestet: Kein Schwarztee ohne Pestizid-Rückstand

Geringe Menge, aber unklarer Wirkstoff-Cocktail. Optimierte Herstellung kann Verbesserung bringen.

Nuss-Nougat-Cremes auf dem Prüfstand

Die AK hat 15 Nuss-Nougat Cremes auf gesundheitlich bedenkliche Stoffe getestet. Fazit: In allen wurden Spuren davon gefunden.

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