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Test: Körperlotionen

Bei der Körperpflege neigen wir zur Übertreibung. Tägliche heiße Duschen und ausgiebige Bäder sind ein echter Härtetest für unsere Haut. Fette und feuchtigkeitsbindende Substanzen werden ausgespült, der Säureschutzmantel leidet. Die Haut verliert an Feuchtigkeit, sie spannt, wird schuppig und rissig. Besonders betroffen sind Hände, Füße, Unterschenkel, Knie und Ellenbogen. An diesen Körperpartien verfügt die Haut über weniger Talgdrüsen als an anderen Stellen des Körpers. Umso wichtiger ist es, die fehlende Feuchtigkeit von außen zuzuführen und sich regelmäßig einzucremen.

Gut und günstig 

Wesentliche Anforderung im Test war daher, inwieweit die Lotionen es schaffen, der Haut die benötigte Feuchtigkeit zurückzugeben. Zudem sollten die Produkte auch für ein anhaltend angenehmes Hautgefühl sorgen, sich gut auf der Haut verteilen lassen und rasch einziehen. Einmal mehr zeigte sich, dass gute Hautpflege nicht teuer sein muss. Selbst die preisgünstigsten Lotionen konnten überzeugen: Für gerade einmal 25 Cent pro 100 Milliliter bieten dm und Lidl ihre Eigenmarken an. Diese sind fast genauso gut wie die erheblich teurere Lotion von La Roche-Posay aus der Apotheke, für die man 8,60 Euro pro 100 Milliliter hinblättern muss. Die Lotion von La Roche-Posay kostet damit mehr als das 30-Fache der Drogeriemarkt- und Diskonterware.

Keine Keime

Ebenso wichtig ist, dass Kosmetika nicht verdorben sind und frei von bedenklichen Schadstoffen. Deshalb wurden die Lotionen auch auf kritische Duftstoffe und Mineralölbestandteile untersucht und die mikrobiologische Qualität wurde überprüft. Keine fiel hinsichtlich der Keimbelastung negativ auf, die mikrobiologische Qualität war bei allen Produkten in Ordnung.

Kritisches Lilial

Anders sieht es bei den Schadstoffen aus. In den Lotionen von Clarins, Eucerin, Nivea und Lancôme stießen die Tester auf den Duftstoff BMHCA (Butylphenyl Methylpropional), auch Lilial genannt. Die Substanz mit dem charakteristischen Maiglöckchenaroma ist keine Unbekannte in Kosmetika. In Tierversuchen zeigte sich, dass Lilial die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) stuft die Substanz nicht als sicher ein. Auch wenn noch unklar ist, ob die Daten sich auf den Menschen übertragen lassen, sollten Hersteller auf den Zusatz von Lilial verzichten. Produkte mit Lilial wurden im Test daher abgewertet.

Allergieauslöser Lyral 

Die Körperlotion von Lancôme enthält zudem HICC (Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde). Die auch Lyral genannte Substanz löst vergleichsweise häufig Allergien aus: Ab Sommer 2021 dürfen Kosmetikprodukte, die Lyral enthalten, nicht mehr verkauft werden. Viele Anbieter verzichten in ihren Rezepturen bereits jetzt darauf. Lancôme verwendet Lyral nach wie vor und landete im Test deshalb auf dem letzten Platz.

Parabene

Bis auf die beiden Naturkosmetikprodukte von Lavera und Weleda enthalten alle Lotionen Konservierungsstoffe. Diese sollen verhindern, dass sich Bakterien, Hefe- oder Schimmelpilze vermehren. In den Lotionen von Dove, Garnier, Lancôme und Lidl sind Parabene als Konservierungsmittel im Einsatz. Bestimmte Parabene stehen im Verdacht, Brustkrebs auszulösen beziehungsweise durch ihre hormonähnliche Wirkung die männliche Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. 

Trockene Haut

Trockene Haut ist nicht nur eine Folge übertriebener Hygiene, sondern beruht zu einem großen Teil auf Veranlagung. Menschen, die unter Heuschnupfen oder allergischem Asthma leiden, sind besonders davon betroffen. Auch mit zunehmendem Alter wird die Haut insgesamt dünner und trockener, weil die Produktivität der Talgdrüsen abnimmt. Wenn die Haut dazu häufig gerötet ist und schmerzt, sollte man sicherheitshalber zum Arzt gehen. Hinter der Veränderung könnten sich nämlich auch ernsthafte Erkrankungen wie Diabetes verbergen.


Dieser Test wurde vom Verein für Konsumenteninformation durchgeführt.

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