16.8.2016
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E-Bikes im Test: Radeln ohne Stress

E-Bikes werden als praktische Alternative zu Fahrrädern immer beliebter. Der Test nimmt Ausstattung, Handhabung und Leistung verschiedener Modelle unter die Lupe.

Bequeme City-Räder im Test

Die geprüften Bikes sind allesamt Modelle mit tiefem Durchstieg im Rahmen. Die Motoren sind mittig platziert – keines der E-Fahrräder hat einen Heck- oder Frontmotor. Durch diese Konstruktionsweise lassen sich Laufräder wechseln, ohne den Motor auszubauen. Und auch die Bremsen kann man mit wenigen Handgriffen einstellen.

Motoren weitgehend gut

Bei der Motorunterstützung hat der größte Teil der Pedelecs gut abgeschnitten. Negativ aufgefallen ist das Fischer ECU 1603. Die Unterstützung ist bei diesem Modell schwer kontrollierbar, der Antrieb setzt unregelmäßig ein. Besonders unangenehm: Nach dem Aussetzen der Pedalbewegung hat der Motor eine vergleichsweise lange Nachlaufzeit. Das Bike überträgt also noch für kurze Zeit Kraft auf die Räder – auch, wenn man vielleicht schon zum Stehenbleiben oder Schalten angesetzt hat. Das Schaltverhalten wird dadurch noch schlechter.

Billigbike nicht zu empfehlen

Das Fischer ECU ist zudem relativ kurz gebaut, die dadurch entstehende Sitzposition haben unsere Tester als unangenehm empfunden. Und im Test zeigte sich noch ein weiterer Mangel: Der Motor lässt sich von Hobby- und Militärfunk beeinflussen. Der Einfluss war aber nicht so gravierend, dass eine Abwertung nötig gewesen wäre. Vom Kauf des Fischer-Bikes ist dennoch abzuraten – man merkt an allen Ecken, dass es sich um ein Billigprodukt handelt.

Bestes Preis-Leistungsverhältnis

Beim  Riverside Decathlon um zirka 1.800 Euro bekommt man grundsätzlich die gleiche Technik wie in teureren Modellen – etwa Magura Hydraulik-Bremsen und einen Bosch-Antrieb.

Schalten

Beim Schaltverhalten gibt es noch Verbesserungsbedarf. Alle getesteten E-Bikes haben Nabenschaltungen. Diese lassen sich auch im Stand betätigen, dafür aber nicht unter Belastung. Beim Bergauffahren kann das Probleme machen.

Lange Reichweiten

Mit Reichweiten um die 60 Kilometer pro Akkuladung eignen sich die E-Bikes auch für ausgedehnte Touren oder als günstiger Zweitauto-Ersatz. Je nach der Kapazität des Akkus und dem Verbrauch schwankt die Reichweite. Am schnellsten geht Fischer (40 km) der Atem aus, am weitesten kommt man mit dem Kalkhoff Impulse – es schafft ganze 100 Kilometer. Kehrseite der guten Reichweiten: Ist der Strom erst verbraucht, sind die Ladezeiten mit zirka drei Stunden relativ lange. Auf Touren zahlt sich deshalb ein Ersatzakku aus, mit 500 bis 700 Euro jedoch ziemlich teurer.

Gewicht

E-Bikes sind schwerer und sperriger als herkömmliche Fahrräder. Gut gefällt daher die Schiebehilfe, die inzwischen in allen Modellen verbaut ist. Per Knopfdruck aktiviert man den Motor. Das verhindert Muskelkater, wenn man das Bike bergauf schieben muss. Will man das E-Bike über eine Treppe tragen, hilft freilich auch die Schiebehilfe nicht. Akku und Motor wiegen einiges – Konsumenten, die in der Stadt wohnen und das Bike auch mal die Kellertreppe hinauf oder hinunterbefördern müssen, sollten daher auf das Gewicht achten.

Vorsicht mit dem Akku

Der Akku eines E-Fahrrads gilt als Gefahrengut, deshalb ist beim Transport Vorsicht angebracht. Wenn man das Rad mit dem Auto transportiert, sollte man den Akku auf jeden Fall entnehmen. Auch beim Putzen mit Wasser – keinesfalls mit Hochdruckreiniger – den Akku entnehmen und die Kontakte abkleben. Bei Flugreise am besten vorab bei der Fluglinie informieren.

Längerer Bremsweg

Man sollte nie unterschätzen, dass die E-Bikes schneller als normale Fahrräder sind, auch wenn man nur gemütlich in die Pedale tritt. Also das Fahrverhalten anpassen und sich auf einen längeren Bremsweg einstellen.
Schrauben nachziehen. Bei der Wartung regelmäßig die Schrauben kontrollieren und nachziehen – vor allem die Befestigung des Gepäckträgers ist anfällig.

Kosten für Fahrleistung

Fahren mit Motorunterstützung hat seinen Preis. Die Kosten für den Akku und für den Strom belaufen sich (je nach Modell) auf 2 bis 3,5 Cent pro Kilometer, das sind 20 bis 35 Euro für 1.000 km (durchschnittliche Fahrleistung pro Jahr).


Dieser Test wurde vom Verein für Konsumenteninformation durchgeführt.

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