Veranstaltung abgesagt! Gutschein statt Geld retour

Mit dem neuen Kunst-, Kultur- und Sportsicherungsgesetz (KuKuSpoSiG)  regelt die Bundes¬regierung die Erstattungs¬pflicht nach der Absage von Kunst-, Kultur- und Sport-veranstal¬tungen und die Schließung von Kunst- oder Kultureinrichtungen aufgrund der Covid-19-Pandemie. Bisher mussten die Veranstalter den Preis in voller Höhe erstatten, jetzt haben sie die Möglichkeit, in einem bestimmten Ausmaß, Gutscheine auszugeben. 

Worauf ist dieses Gesetz anwendbar?

Es gilt für Veranstaltungen, die auf Grund der COVID-19 Pandemie zwischen 13.3.2020 bis zum 31.12.2020 stattfinden hätten sollen oder für nach dem 13.3.2020 durchgeführt Schließungen von Kunst- oder Kultureinrichtungen.

Wie schaut die gestaffelte Regelung aus?

  • Ticketpreis bis 70 Euro - Gutschein in voller Höhe
  • Ticketpreis bis 250 Euro - Gutschein über 70 Euro und Restbetrag (maximal 180 Euro) zurückzahlen
  • Ticketpreis über 250 Euro - 180 Euro auszahlen und Restbetrag: Gutschein

Veranstalter oder Betreiber dürfen zunächst einen Gutschein über den gesamten Ticketpreis anbieten. Lehnt der Verbraucher dies ab, muss der Veranstalter den Gutschein – wie oben gestaffelt - ausstellen und den Restbetrag in Geld erstatten. 

Beispiel

Das Konzertticket kostet 125 Euro. Lehnt man den Gutschein über die gesamten 125 Euro ab, erhält man 70 Euro in Form eines Gutschieins und 55 Euro in Form von Geld (siehe Musterbrief).

Für welche Veranstaltungen gilt dieses Gesetz?

Dieses Gesetz gilt für:

  • Konzerte
  • Theater- und Opernaufführungen 
  • Filmvorführungen oder Performances
  • Besuch von Museen oder Kulturdenkmäler
  • Sportereignisse (z.B. Profi-Tennisturnier, Ligaspiel zwischen zwei Fußballklubs, Wien–Marathon,…)

Überall dort, wo der Veranstalter des Kunst-, Kultur- oder Sportereignisses oder der Betreiber der Kunst-oder Kultureinrichtung nicht Bund, Land oder eine Gemeinde ist, darf von dieser Gutscheinregelung gebraucht gemacht werden. Ist der Veranstalte oder Betreiber auch kein Rechtsträger ist, der entweder mehrheitlich im Eigentum des Bundes, Landes oder einer Gemeinde steht oder für den der Bund, das Land oder eine Gemeinde haftet, dann greift auch hier diese Gutscheinregelung. 

Wie lange gilt dieser Gutschein?

Wurde der ausgegebenen Gutschein nicht bis Ablauf des 31.12.2022 eingelöst, muss der Veranstalter oder Betreiber den Gutscheinwert nach Aufforderung in Geld auszahlen. Derartige Gutscheine sind auch auf andere Personen übertragbar. D.h. sie dürfen nicht auf eine bestimmte Person ausgestellt sein.
Für die Ausstellung, Übersendung oder Einlösung des Gutscheins dürfen Ihnen auch keine Kosten in Rechnung gestellt werden. 

Standpunkt

Als  Verbraucherschutzorganisation kritisiert die Arbeiterkammer diese Gutscheinlösung, da das Risiko auf Endverbraucher abgewälzt wird und im Falle einer Insolvenz des Veranstalters/Betreibers der Gutschein de facto wertlos ist.

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