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Betriebskosten – Die 10 häufigsten Irrtümer


1. Der Gesetzgeber hat genau geregelt, was Betriebskosten sind.

Das stimmt nur teilweise. Der Gesetzgeber hat zwar eine Regelung getroffen, die aber nicht für alle Objektarten gilt. Für frei finanzierte Neubauwohnungen und für Ein- und Zweifamilienhäuser muss der Mietvertrag regeln, was Betriebskosten sein sollen.

2. Es gibt eine gesetzliche Höchstgrenze für Betriebskosten.

Betriebskosten sind tatsächliche Kosten. Was anfällt, darf verrechnet werden. Damit gibt es keine Höchstgrenze, sondern das Gesetz schützt nur vor marktunüblich überteuerten Kosten.

3. Offene Betriebskosten aus der Zeit vor meinem Einzug betreffen mich nicht.

Die Betriebskostenabrechnung für ein Jahr muss bis zum 30. Juni des Folgejahres gelegt werden und Nachzahlungen bzw. Guthaben daraus werden bei der übernächsten Mietzinszahlung verrechnet. Wer zu diesem Zeitpunkt Mieter ist, muss die Nachzahlung leisten bzw. erhält das Guthaben, auch wenn er im Abrechnungsjahr nur teilweise oder gar nicht Mieter der Wohnung war.

4. Heizung, Warmwasser und Strom sind in den Betriebskosten inkludiert.

Alle drei sind keine echten Betriebskosten. Für Heizung und Warmwasser gibt es für Gebäude mit mindestens 4 Mietobjekten eigene gesetzliche Abrechnungsregeln. In allen anderen Fällen und beim Strom hat der Mietvertrag die Abrechnungsweise zu regeln bzw. schließt der Mieter einen Vertrag direkt mit dem Energieversorgungsunternehmen.

5. Jeder Mieter hat ein Recht auf eine Betriebskostenabrechnung.

Im Mietvertrag kann geregelt werden, dass die Betriebskosten in Form einer monatlichen Pauschalzahlung geleistet werden unabhängig davon, ob die tatsächlichen Kosten höher oder niedriger sind. In solchen Fällen entfällt die Betriebskostenabrechnung.

6. In Betriebskostenabrechnungen finden sich regelmäßig auch Aufwendungen für Reparaturen im Haus.

Reparaturen gehören zum Bereich Instandhaltung und dürfen nicht als Betriebskosten verrechnet werden.

7. Ein kleiner Posten „Sonstiges“ ist in Betriebskostenabrechnungen ganz normal.

Was Betriebskosten sind, regeln Gesetz und Mietvertrag abschließend. Für Sonstiges ist damit in der Abrechnung kein Bedarf und deutet auf eine fehlerhafte Abrechnung hin.

8. Wenn ich eine Wohnung über einen Immobilienmakler miete, kann mir dieser genau sagen, mit welcher Betriebskostenhöhe ich zu rechnen habe.

Das kann er nur in den seltenen Fällen, wo der Makler gleichzeitig auch Hausverwalter ist. Ansonsten kann er nur grob die Betriebskosten schätzen.

9. Geht der alte Hausmeister in Pension, habe ich als Mieter nichts zu befürchten, weil der Vermieter für die Abfertigung des Hausbesorgers Rücklagen gebildet hat.

Das Entgelt und damit die Abfertigung des Hausbesorgers ist Teil der Betriebskosten. Der Vermieter kann, muss aber nicht die Betriebskostenvorauszahlungen erhöhen, um für die Abfertigung anzusparen. Sehr häufig führen daher Abfertigungszahlungen an den Hausbesorger zu empfindlichen Nachzahlungen für die Mieter.

10. Gegen fehlerhafte Abrechnungen kann ich als Mieter nichts machen.

Jeder Mieter hat das Recht, von der Hausverwaltung die Einsichtnahme in die Originalbelege zu verlangen, was regelmäßig Voraussetzung dafür ist, dass Fehler überhaupt aufgedeckt werden können. Bestehen begründete Bedenken an der Richtigkeit der Abrechnung, kann man diese in einem Verfahren am Bezirksgericht überprüfen lassen.

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Schlagworte: Betriebskosten
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