30.6.2020

Olivenöle im Test

Gemischter Satz: Wer Wert auf die Herkunft der Oliven legt, sollte genau hinsehen. 

Testergebnis

Die Testieger im sind S-Budget Natives Olivenöl Extra, Castello Olio Extra Vergine di Oliva, Ja! Natürlich Natives Olivenöl Extra und Clever Natives Olivenöl Extra, jeweils mit der Gesamtnote "Gut".

„Extra vergine“. Beim Olivenöl kommt für viele Konsumentinnen und Konsumenten nur „natives Olivenöl extra“, besser bekannt als „extra vergine“, in den Einkaufskorb. „Extra vergine“ steht für die höchste Qualitätsstufe. Dieses Öl darf nur schonend durch mechanische Pressung – auch als Kaltpressung bezeichnet – gewonnen werden und muss höchsten sensorischen Ansprüchen genügen. Es schmeckt typischerweise fruchtig, mit einer leicht scharfen und bitteren Note. In unseren vergangenen Tests erhärtete sich der Verdacht, dass manche Hersteller unerlaubte Tricks anwenden, um ihren Profit zu steigern – etwa, indem sie ihr Öl einer Wärmebehandlung unterziehen.

Trickserei. Kein einziges Olivenöl steht im Verdacht, thermisch behandelt worden zu sein. Nur ein Produkt, das bei Hofer erhältliche Olivenöl von Natur aktiv, verdient nicht das Prädikat „extra vergine“. Dieses Öl fiel bei der Expertenverkostung durch. Das Öl wurde aufgrund seines Geschmacks von den professionellen Verkostern als nicht nativ extra eingestuft. 

Lagerung. Die Öle von Natur aktiv und Conte de Cesare wurden unsachgemäß gelagert. Damit Olivenöl möglichst lange hält und geschmacklich nicht abbaut, sollte es möglichst vor Hitze, Licht und Sauerstoff geschützt werden. Es sollte immer an einem kühlen und dunklen Ort in einem gut verschlossenen Behälter aufbewahrt werden. 

Geschmack. Geschmacklich am meisten überzeugt haben Iliada, Ja! Natürlich und Spar Natur pur. Dass es für Iliada (bei Merkur) dennoch nur zu einem „weniger zufriedenstellend“ als Gesamtnote reichte, lag daran, dass dieses Öl relativ hohe Mineralölrückstände enthält. Die Verunreinigung dürfte von Schmieröl stammen. Ebenfalls mit „weniger zufriedenstellend“ schnitt aufgrund der schlechten Sensorik und der chemischen Zusammensetzung das bei Billa erhältliche Öl von Conte de Cesare ab. Es ist zudem mit Weichmachern belastet.

Herkunft. Wenig genau nehmen es die Hersteller nach wie vor mit der Kennzeichnung ihrer Produkte. Man sollte sich weder von der Produktbezeichnung noch von der Gestaltung der Flasche täuschen lassen, wenn es um die Herkunft der Oliven bzw. des Öles geht. Eine italienisch anmutende Verpackung wie bei Castello, De Spar, San Fabio oder Monini bedeutet keineswegs, dass sich auch Öl aus italienischen Oliven darin befindet. Die genannten Produkte enthalten allesamt einen gemischten Ölsatz aus der EU. Das trifft zwar auch auf die Produkte von S-Budget, Clever und dm zu, aber bei denen geht dies klar und deutlich aus der Kennzeichnung hervor. Diese Produkte tragen gemäß EU-Verordnung deutlich sichtbar die korrekte Aufschrift „Mischung von Olivenölen aus der Europäischen Union“.

Preis. Der Durchschnittspreis aller 15 getesteten Öle liegt bei 10,21 Euro pro Liter. Bio-Ware kostet dabei pro Liter durchschnittlich 12,32 Euro, für konventionelle Öle werden für diese Menge im Schnitt 9,16 Euro fällig. Das ist nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass Olivenbäume, die bei sorgfältiger Pflege einige Hundert Jahre alt werden, je nach Art erst nach 4 bis 10 Jahren Früchte tragen. Im Schnitt lassen sich pro Baum und Jahr etwa 20 Kilogramm Oliven ernten. Aus dieser Menge können ungefähr 3 bis 4 Liter Öl gewonnen werden. Das „grüne Gold“, als das es gern bezeichnet wird, mag den Besitzern der Haine und Plantagen früher einmal Reichtum und Wohlstand gesichert haben, im Zeitalter der Globalisierung ist davon jedoch nichts mehr übrig geblieben.

Alle Details zum Test (kostenpflichtig): www.konsument.at/olivenoel062020

VKI-Tipps zu Olivenöl

Herkunft. Wollen Sie Olivenöl aus einer bestimmten Region, dann lesen Sie das Kleingedruckte genau. Die Aufmachung allein sagt nichts über die Herkunft aus.

Haltbarkeit. Je nach Haushaltsgröße kaufen Sie Öle besser in kleineren Mengen mit einer langen Resthaltbarkeit.

Lagerung. Olivenöl ist hitze- und lichtempfindlich, daher sollte es vor Hitze, Licht und Sauerstoff geschützt gelagert werden – kühl, dunkel und gut verschlossen.

Preis. Der Preis ist bei Olivenöl kein Qualitätskriterium. Im Test gewannen zwei der günstigsten Öle, und vergleichsweise teure Produkte belegten Plätze im hinteren Drittel.

Ölwechsel. Wechseln Sie ab und zu auch einmal die Olivenölmarke. Sollte ihr Lieblingsöl zu stark mit Schadstoffen belastet sein, können Sie die Schadstoffaufnahme durch einen Wechsel der Marke reduzieren. Die Schadstoffwerte können allerdings von Charge zu Charge unterschiedlich sein. Das gilt vor allem bei EU-Mischungen.

Gesundheit. Olivenöl ist aufgrund seiner Fettsäurezusammensetzung für die Gesundheit sehr empfehlenswert. Die Ölsäure beeinflusst den Cholesterinspiegel günstig, enthaltene sekundäre Pflanzenstoffe können vor Krankheiten schützen.

Abwechslung. Verwenden Sie neben Olivenöl auch andere hochwertige Pflanzenöle wie Rapsöl oder auch Lein- Soja- und Walnussöl. Sie sind reich an Omega-3-Fettsäuren. 


Kochen. Olivenöl eignet sich auch zum Braten und Dünsten. Es sollte aber nicht über 170 Grad Celsius erhitzt werden.

Noch in Ordnung. Wenn Öl verdorben ist, riecht und schmeckt es ranzig. Ist eine Flasche schon länger offen, riechen und kosten Sie also am besten, bevor Sie das Öl verwenden.

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