30.06.2020

Im Preisvergleich: So viel kosten Installateure

Wenn der Boiler kaputt ist und das Bad unter Wasser steht, muss es schnell gehen. Damit Betroffene besser zwischen seriösen und unseriösen Anbietern unterscheiden können, hat die AK Niederösterreich Preise regionaler Installateurbetriebe erhoben. Dadurch lässt sich besser einschätzen: Was kostet eine Facharbeiterstunde? Wie viel wird für die Anfahrtszeit fällig? Und: Worauf kann man achten, um nicht auf einen unseriösen Anbieter hereinzufallen?

Preiserhebung unter regionalen Unternehmen

Dem Aufruf unter in Niederösterreich tätigen Installateurbetrieben sind 46 Unternehmen gefolgt. Abgefragt wurden der Stundensatz eines Facharbeiters bzw. einer Partie sowie die Kosten für den Anfahrtsweg. Dabei zeigten sich teils große Preisunterschiede. Die Stunde eines Facharbeiters kostet zwischen 60 und 98 Euro. Das bedeutet eine Preisdifferenz von mehr als 60 Prozent zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter. Die Partiestunde (Facharbeiter & Helfer oder Lehrling) liegt zwischen 99 und 156 Euro (Differenz rund 58 Prozent). Für die Höhe der Stundensätze gibt es keine Richtlinien oder Preisempfehlungen. Sie werden von den Unternehmen individuell berechnet. 

Preisunterschiede nach Viertel

Auch der Standort des Betriebs spielt bei den Kosten eine Rolle. So zeigt die Erhebung: Die höchsten Stundensätze für Facharbeiter werden im Weinviertel verrechnet, gefolgt vom Industrieviertel. Beim Stundensatz für eine Partie liegt wiederum das Industrieviertel mit 122,40 Euro (Median) vorne. Durchschnittlich 5 bis 10 Euro weniger hingegen fallen bei der Partiestunde im Wald- und im Mostviertel an. 

Medianwerte *) für die erhobenen Stundensätze bei Installateuren nach Viertel:

FacharbeiterPartiestunde
Waldviertel€ 68,00€ 116,40
Mostviertel€ 69,48€ 117,60
Weinviertel€ 74,40€ 122,40
Industrieviertel€ 73,20€ 124,79

*) Medianwert: Jener Messwert, der „genau in der Mitte“ steht

Fahrtkosten: Pauschal oder nach Arbeitszeit

Bei der Erhebung wurden die Kosten für die Anreise im und um das Ortsgebiet bis 15 Kilometer abgefragt. Die Antworten reichten von „kostenlos im Ortsgebiet“ bis hin zu 72 Euro. Je nach Unternehmen werden die Kosten als Pauschale, nach gefahrenen Kilometern oder als Arbeitszeit mit dem jeweilig gültigen Stundensatz der Facharbeiter abgerechnet.

Vergleichen und vereinbaren

Besonders wenn es in Notfällen schnell gehen muss und das Unternehmen telefonisch beauftragt wird, ist Vorsicht geboten. Am besten klären Sie bereits im Telefonat die benötigte Arbeitsleistung, Kosten der Stundensätze und Art und Weise der Verrechnung der Wegzeit. Halten Sie die Informationen schriftlich fest. So kann, wenn später die Rechnung eintrifft, kontrolliert werden und böse Überraschungen bleiben aus. Ist mehr Zeit für die Beauftragung, lohnt es sich, einen verbindlichen Kostenvoranschlag einzuholen.

Die Notrufnummern regionaler Betriebe finden Sie hier   

Tipps & Tricks: Unseriöse Notdienste erkennen

  • Viele regionale Unternehmen bieten selbst Notdienste an. Speichern Sie die Nummer am besten in Ihrem Handy.
  • Bei einer raschen Google-Suche in der Notsituation: Skepsis bei 0800er-Nummern und bei den Top-Platzierungen im Suchergebnis! Überprüfen Sie unbedingt das Impressum und erfragen Sie die zu erwartenden Kosten. Seriöse Unternehmen geben Auskunft.
  • Unterschreiben Sie nichts vor Erledigung der erforderlichen Arbeiten.
  • Kommt Ihnen der verlangte Betrag zu hoch vor? Verlangen Sie eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten und bezahlen Sie nicht sofort – seriöse Firmen bestehen nicht auf Barzahlung.
  • Verständigen Sie die Polizei, sollte bei nicht sofortiger Bezahlung in bar Druck ausgeübt werden.

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