04.02.2021

Genuss mit Nuss - Erdnüsse und Paranüsse

Sie sind gesund – vorausgesetzt, sie sind nicht ranzig oder mit Schimmelpilzen belastet. 

Der Test

Die beiden wichtigsten Parameter im Test waren eine durch Experten vorgenommene Verkostung sowie die Untersuchung, ob die Produkte ranzig oder mit Schimmelpilzgiften belastet sind. Ebenfalls bewertet wurde, ob die Produkte mit Keimen belastet sind, ihr Salz- bzw. Selengehalt und die Kennzeichnung.

Gute Eigenmarken

Bis auf vier Produkte schnitten alle mit „sehr gut“ bzw. „gut“ ab. Bei den Erdnüssen belegten die Rewe-Marken Bravo, Clever und Billa die ersten drei Plätze, bei den Paranüssen hatte Happy Harvest von Hofer die Nase vorn.

Bioware mit Problemen

Enttäuschend war das Abschneiden von drei der vier Bio-Produkte. Bei den Erdnüssen von Heimatgut sowie den Erdnüssen und den Paranüssen von dennree war das enthaltene Fett bereits verdorben, sie waren ranzig. Das Fett wird unter dem Einfluss von Licht, Sauerstoff und Feuchtigkeit abgebaut. Dabei entstehen Verbindungen, die schlecht riechen und schmecken und zum Teil gesundheitsschädlich sind. 

Schimmelpilzgifte

Aflatoxine sind äußerst gefährlich, weil sie, wenn sie über einen längeren Zeitraum aufgenommen werden, die Erbanlagen verändern und Krebs auslösen können. Schimmelbefall ist oft nicht erkennbar. Weisen Nüsse Verfärbungen auf oder riechen sie muffig, sollten sie deshalb immer entsorgt werden. 

Salz

Dass gesalzene Erdnüsse einen gewissen Salzgehalt haben, liegt auf der Hand. Überraschend sind die großen Unterschiede.  Und es stellte sich heraus, dass auf die Deklarationen der Hersteller nur bedingt Verlass ist. Im Durchschnitt enthielten die getesteten Proben 9 Prozent mehr Salz als in der Nährwerttabelle deklariert. Besonders eklatant waren die Abweichungen bei den Erdnüssen von dennree (180 Prozent mehr als angegeben) und Heimatgut (63 Prozent mehr als angegeben). Einige Produkte enthielten allerdings auch weniger Salz als auf der Verpackung angegeben. 

Paranuss und Selen

Die Paranuss ist ein sehr guter pflanzlicher Selenlieferant. Die Messungen zeigten allerdings, dass der Selengehalt von Produkt zu Produkt stark schwankt. Im Test enthielten die Paranüsse von Pesendorfer etwa doppelt so viel Selen wie die Paranüsse von dennree, Seeberger oder Spar Natur pur. Um den täglichen Selenbedarf zu decken, müsste man 5 (Pesendorfer) bzw. 15 (Seeberger) Nüsse verzehren. Zu bedenken ist allerdings, dass Paranüsse einen hohen Kaloriengehalt haben und auch radioaktive Verbindungen enthalten. Deshalb sollten sie nicht die einzige Quelle zur Deckung des Selenbedarfs sein.

Fettgehalt

Erdnüsse haben, auch wenn sie mit Fett geröstet werden, einen niedrigeren Fettgehalt als Paranüsse. Beide Sorten enthalten hauptsächlich einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Der Anteil an gesättigten Fettsäuren ist hingegen relativ niedrig. Diese Zusammensetzung wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System und vor allem auf die Blutfettwerte aus. Auch andere Inhaltstoffe wie Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, Arginin (eine Aminosäure), Phytosterine und weitere sekundäre Pflanzenstoffe machen Erd- und Paranüsse zu gesunden Lebensmitteln. 

Kalorien

Erdnüsse, Paranüsse und andere Nüsse sind allgemein nicht gerade Schlankmacher. Auf den meisten getesteten Packungen wird eine Nuss-Portion mit 30 g angegeben. Eine solche Portion Erdnüsse bringt es demnach auf 185 Kilokalorien (kcal), bei Paranüssen sind es 208 kcal.

TIPPS

Ohne Fett geröstet
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass derartige Nüsse weniger Kalorien enthalten. Im Test hatten Erdnüsse mit und ohne extra Zugabe von Fett ähnlich viele Kalorien. Aus gesundheitlichen Gründen ist allerdings zum Verzehr von ungesalzenen Nüssen zu raten, denen auch kein zusätzliches Fett bzw. Öl zugefügt wurde.

Richtig lagern
Nüsse können rasch verderben. Dabei können sich auch gefährliche Schimmelpilzgifte bilden. Geschälte Nüsse deshalb immer kühl, trocken und dunkel in einem möglichst luftdicht schließenden Gefäß lagern.

Kinder
Kleinen Kindern besser keine Erdnüsse geben – die Nüsse könnten im Ganzen verschluckt werden, dabei besteht Erstickungsgefahr.

Alle Details zum Test:  www.konsument.at/nuesse022021 (kostenpflichtig).



Erdnüsse

Die Frucht der Erdnuss ist keine Nuss, sondern eine Hülsenfrucht. Sie gehört zur selben Familie wie z.B. Erbsen oder Bohnen. Im Englischen wird die Erdnuss deshalb auch als peanut (wörtlich übersetzt: Erbsennuss) bezeichnet. Die Erdnuss ist eine einjährige krautige Pflanze, deren Frucht unter der Erde wächst. Für den Röstvorgang werden zuerst die krautigen Blätter entfernt. Anschließend wird die Schale in großen Trommeln geknackt und die braune Haut entfernt. Beim Röstvorgang werden die Kerne entweder auf einem Fließbandröster durch heißes Öl geleitet, danach gekühlt und gesalzen, oder sie werden im heißen Luftstrom in einem Ofen geröstet. Salz bzw. weitere Gewürze können davor oder danach zugefügt werden. Damit Erdnüsse über einen längeren Zeitraum haltbar und genießbar bleiben, werden sie in einer Schutzgasatmosphäre abgepackt. Die Hauptanbaugebiete für Erdnüsse liegen in den USA, Südamerika und China. Bei gerösteten gesalzenen Erdnüssen ist die Angabe des Herkunftslandes auf der Verpackung nicht verpflichtend – einige Hersteller der getesteten Produkte haben die Herkunft dennoch freiwillig angegeben. Erdnüsse haben ein hohes allergenes Potenzial. Bereits kleinste Mengen können bei Personen mit einer Erdnussallergie massive Reaktionen auslösen.

Paranüsse

Die handelsübliche Bezeichnung Paranuss leitet sich vom nordöstlichen brasilianischen Bundesstaat Pará ab. Dieser ist zum größten Teil von Regenwäldern bedeckt, in denen der bis zu 50 Meter hohe Paranussbaum gedeiht. Die 500 bis 1500 Gramm schweren Sammelfrüchte (Kapselfrüchte) werden im Umkreis der Bäume gesammelt. Paranüsse sind reich am Spurenelement Selen und können insbesondere bei Menschen, die sich vegetarisch bzw. vegan ernähren, als Quelle zur Bedarfsbedeckung dienen. Allerdings enthalten Paranüsse auch natürliche radioaktive Stoffe. Deshalb sollte man nicht zu viel davon zu sich nehmen. Wir raten, nicht mehr als zwei Paranüsse täglich zu konsumieren.

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