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Fachhochschulen

Fachhochschul-Studiengänge dienen einer wissenschaftlich fundierten Berufsausbildung und bieten eine praxisbezogene Ausbildung auf Hochschulniveau.

Derzeit gibt es drei verschiedene Studiengangsarten:

  • FH-Bachelor-Studiengänge (Studiendauer 6 Semester)
  • FH-Master-Studiengänge (Studiendauer 2 – 4 Semester),
  • FH-Diplomstudiengänge (Studiendauer 8 – 10 Semester)

Studienangebot

Das Studienangebot umfasst die Bereiche Wirtschaft, Technik, Tourismus, Medien und den Humanbereich (Sozialarbeit, Gesundheit etc.).

Im Unterschied zu den Universitäten wurde auf die Gestaltung eines Angebots für Berufstätige von Beginn an großer Wert gelegt. Im Studienplan ist ein verpflichtendes Berufspraktikum enthalten.

Neben reinen Vollzeit-Studiengängen gibt es eine Vielzahl von FH-Studiengängen, die in berufsbegleitender Form angeboten werden. Diese Studiengänge sind explizit auf die Zielgruppe der Berufstätigen abgestimmt, z.B. im Hinblick auf die zeitliche Organisation des Studiums, die Studienpläne, die didaktischen Konzepte.

Die Lehrveranstaltungen finden in Abendstunden oder geblockten Wochenendeinheiten statt. Wie bei den Vollzeit-Studiengängen gibt eine Anwesenheitspflicht. Darüber hinaus existieren für berufstätige Angehörige einer bestimmten Zielgruppe (z.B. SozialarbeiterInnen) auch noch sog. „zielgruppenspezifische Studiengänge“, die eine um bis zu zwei Semester reduzierte Studiendauer aufweisen.

Das einphasige Diplomstudienmodell wurde seit 2002 schrittweise durch das gestufte Bachelor-/Master-System ergänzt bzw. ersetzt. Bachelor- wie auch Masterstudiengänge sind in sich abgeschlossene und mit einem eigenen Qualifikationsziel verbundene Studien. Masterstudiengänge bauen auf einem bereits erworbenen Bachelor oder gleichwertigen postsekundären Abschluss auf. Der Großteil der Studien wird mittlerweile im gestuften Studienmodell angeboten.

Vorteile eines berufsbegleitenden Studiums

Auch wenn sich die Fachhochschulen bemühen, eine geeignete Infrastruktur für Berufstätige zur Verfügung zu stellen, erfordert ein berufsbegleitendes Studium jedenfalls viel Disziplin, Durchhaltevermögen und Zeitmanagement. Es gibt freilich auch Vorteile eines berufsbegleitenden Studiums: Die berufliche Erfahrung kann in die Lehrveranstaltungen eingebracht werden, die AbsolventInnen verfügen bereits zum Studienabschluss über Praxiserfahrung und haben ihre „Belastbarkeit“ im Hinblick auf weitere Karrierechancen eindrucksvoll belegt.

Zugangsmöglichkeiten zum Fachhochschulbereich

Der Fachhochschulbereich bietet im Vergleich zum Universitäts-sektor breitere Zugangsmöglichkeiten: Dazu zählen nicht nur Matura, Berufsreifeprüfung, Studienberechtigungsprüfung, sondern auch eine einschlägige berufliche Qualifikation. Als Zugangsvoraussetzung „einschlägige berufliche Qualifikation“ gelten der Abschluss einer Lehre, einer berufsbildenden mittleren Schule und sonstige Qualifikationen.

Die auf die fachliche Ausrichtung des FH-Studiengangs abgestimmten konkreten Regelungen sind in den vom Fachhochschulrat genehmigten Anträgen enthalten und bei den jeweiligen Studiengangsanbietern zu erfragen. Neben diesen formalisierten Ausbildungswegen können Qualifikationen, die nicht im Anerkennungsbescheid geregelt sind, im Einzelfall auch von der Studiengangsleitung und vom Fachhochschulkollegium geprüft werden. StudienanfängerInnen mit „einschlägiger beruflicher Qualifikation“ haben in der Regel Zusatzprüfungen, die je nach FH-Studiengang unterschiedlich sind, nachzuweisen. Teilweise können diese auch am FH-Studiengang absolviert werden.

Bewerbung und Aufnahmeverfahren

Wer an einer Fachhochschule studieren will, muss sich rechtzeitig bei der jeweiligen Einrichtung bewerben. Informationen über die Zugangsregelungen, die Form der Bewerbung und die einzu-reichenden Unterlagen erhalten Sie bei den FH-Studiengängen. Die Bewerbungsfristen für die Fachhochschul-Studiengänge, die zumeist ab September starten und jahrgangsmäßig organisiert sind (kein Studienbeginn im Sommersemester!), enden vielfach Mitte Mai bis Ende Juni. Nur in Ausnahmefällen sind im Herbst noch „Restplätze“ frei. Für den Bewerbungsprozess werden zumeist ein Bewerbungs- bzw. Motivationsschreiben, ein Lebenslauf und die Vorlage von Dokumenten und Zeugnissen verlangt.

Im Unterschied zu den meisten Universitätsstudien ist die Anzahl der Studierenden pro Jahr und Studiengang beschränkt. Sofern die Zahl der BewerberInnen die Zahl der verfügbaren AnfängerInnen-studienplätze überschreitet, ist ein Aufnahmeverfahren durchzuführen. Diese Verfahren können je nach Studiengang unterschiedlich gestaltet sein. Üblich sind schriftliche Tests, die Vorbereitung einer Präsentation und ein Aufnahmegespräch.

Chancengleichheit bei der Aufnahme

Um Chancengleichheit für die Aufnahme zu gewährleisten, werden die BewerberInnen nach der Art der Zugangsvoraussetzung (z.B. AHS-Matura, Lehre etc.) in Gruppen eingeteilt. Aufgrund der Ergebnisse bei den Aufnahmeverfahren wird eine Reihung erstellt. Die Studienplätze werden dann an die jeweils Bestgereihten in den einzelnen Gruppen aliquot vergeben.

Bei berufsbegleitenden Studiengängen besteht die Möglichkeit, BewerberInnen mit einschlägiger beruflicher Praxis entsprechend zu bevorzugen. Bei den Interviews werden häufig auch Fragen zum Umgang mit der entstehenden Mehrbelastung, zur Koordination von Studium und Beruf udgl. gestellt. Da durch die Aufnahme in einen Studiengang eine Rechtsbeziehung begründet wird, wird ein Ausbildungsvertrag zwischen dem Erhalter des Studiengangs und der/dem Studierenden abgeschlossen, der die wechselseitigen Rechte und Pflichten enthält.

Anrechnung von Vorkenntnissen

Durch Anerkennung nachgewiesener Kenntnisse ist auch eine Verkürzung der Studienzeit möglich. Die Feststellung der Gleichwertigkeit der erworbenen Kenntnisse mit dem Inhalt und dem Umfang von bestimmten Lehrveranstaltungen erfolgt auf Antrag der Studierenden. Besondere Kenntnisse bzw. Erfahrungen aus der beruflichen Praxis sind in Bezug auf die Anrechnung bei Lehr-veranstaltungen und beim Berufspraktikum zu berücksichtigen.

Studienkosten

Für das Aufnahmeverfahren bei FH-Studiengängen darf keine Gebühr verlangt werden. Bei einigen Fachhochschulen müssen KandidatInnen, die für die Aufnahme gereiht wurden, eine Kaution hinterlegen. Diese verfällt, wenn er oder sie sein Studium nicht antritt oder ohne plausiblen Grund aus dem Studium vor Ablauf des ersten Studienjahres ausscheidet. Alle anderen erhalten die Kaution rückerstattet. Mit Beschluss des Nationalrates vom 23. November 2000 sind Erhalter berechtigt, Studienbeiträge in der Höhe von € 363,36 pro Semester einzuheben. In einigen Bundesländern, wie z.B. im Burgenland, verzichten die Erhalter darauf. Darüber hinaus können für bestimmte, tatsächlich anfallende Kosten auch Materialkostenbeiträge verlangt werden.

Informationsstellen

Geschäftsstelle des Fachhochschulrates
Tel.: +43 1 319 50 34
www.fhr.ac.at

Wissenschaftsministerium
Tel.: +43 1 531 20/7008
www.bmwf.gv.at

Donau-Universität Krems

Die Donau-Universität Krems ist die einzige staatliche Universität in Europa, die sich auf postgraduale Weiterbildung spezialisiert hat.

Kunsthochschulen

In Österreich gibt es sechs staatliche Kunsthochschulen.

Privatuniversitäten

Studierende von Privatuniversitäten sind jenen staatlicher Universitäten gleichgestellt.

Schlagworte: Fachhochschulen
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