Förderungen für berufliche Bildung

Ob Förderungen für eine berufliche Weiterbildung oder Bildungsteilzeit für eine lange schon geplante Fortbildung neben dem Job, ob Bildungskarenz, um sich Vollzeit zum Bespiel einem Studium widmen zu können oder ein Fachkräftestipendium für das Nachholen eines bestimmten Bildungsabschlusses: Es gibt viele Möglichkeiten und finanzielle Hilfestellungen für die berufliche Aus- und Weiterbildung.

Die Institutionen im Überblick

Damit Sie einen Überblick im Förderdschungel gewinnen, beraten Sie die BildungsberaterInnen der AK Niederösterreich gerne. Wir haben zusammengestellt, welche Bildungsmaßnahme wie gefördert werden kann. 

AK Niederösterreich Förderungen

Wir unterstützen unsere Mitglieder mit unterschiedlichen Beihilfen, die Sie mittels Service-Karte oder Antragstellung bei den BildungsexpertInnen erhalten:

  • Bildungsbonus
  • Service-Karte
  • Bildungsbonus-spezial
  • AK-extra Digi-Bonus und Digi-Konto

Bildungsbonus

Sie bekommen 50 Prozent Ihrer Kursgebühr von der AK Niederösterreich bezahlt!
Die Lehrgänge werden mit maximal 120 Euro gefördert, in bestimmten Fällen kann sich die Beihilfe erhöhen.

AK-Logo ©  , AK Niederösterreich

Achten Sie bei der Kurswahl auf das AK-Logo!

Mehr Infos zum Nachlesen erfahren Sie im Artikel Bildungsbonus, in der Broschüre "Bildungsförderungen" oder auch telefonisch über die Hotline für Bildungsbeihilfen: +43 5 7171 29000. 


AK-extra Digi-Bonus & Digi-Konto

Mitglieder der AK Niederösterreich erhalten über den Digi-Bonus 100 Prozent der Kurskosten bis max. 150 Euro (Arbeitssuchende 220 Euro) pro Kalenderjahr für AK-extra gekennzeichnete Kurse zurück. Darüber hinaus können EDV-Kurse ab 150 Euro auch über das Digi-Konto gefördert werden. Hier werden 20 Prozent der Kurskosten (Arbeitssuchende 40 Prozent der Kurskosten) für Digitalisierungskurse zurückerstattet. Die Fördersumme beträgt max. 2.500 Euro, welche innerhalb der voraussichtlichen Laufzeit bis 31.12.2023 abgerufen werden kann.

AKextra-Logo ©  , AK Niederösterreich



Service-Karte

Sie erhalten bis zu 15 Euro Ermäßigung auf einen Kurs, der nicht mit dem AK-Logo gekennzeichnet ist!
Voraussetzung ist jedoch, dass die Institution in Niederösterreich ist, eine Bildungsbonus-Partnerin der AK darstellt und dass Ihr Kurs der beruflichen Weiterbildung dient.

TIPP

Informieren Sie sich über die Vergünstigungen und weitere Vorteile, die Sie über die Service-Karte als Mitglied der AK Niederösterreich erhalten!


Bildungsbonus-spezial

Die AK Niederösterreich hat spezielle Beihilfenmodelle zusammengestellt, die bestimmte Weiterbildungsmaßnahmen unterstützen:

  1. Gesundheit-Heimhilfe
  2. Gesundheit-Pflegeassistenz/ -fachassistenz
  3. Nostrifikation
  4. Berufsreifeprüfung
  5. Außerordentliche Lehrabschlussprüfung
  6. Vorbereitungskurse für FH, Kolleg, Aufbaulehrgang oder Studienberechtigungsprüfung


Die geförderten Kurskosten variieren bei den einzelnen Beihilfen. Mitglieder werden mit bis zu 600 Euro gefördert!

Der Anspruch auf den Bildungsbonus-spezial besteht dann, wenn Sie als Mitglied der AK Niederösterreich die Kurskosten selbst bezahlt haben.
Weitere detaillierte Infos zu den Einreichfristen und sonstigen Voraussetzungen für die einzelnen Beihilfen erfahren Sie in der Broschüre "Bildungsförderungen"!

Förderungen des Landes Niederösterreich

Mit Ihrem Wohnsitz in Niederösterreich haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen auch Anspruch auf Förderung Ihrer beruflichen Weiterbildung:

  • Bildungsförderung
  • Bildungsförderung mit Schwerpunkt Berufsreifeprüfung
  • Bildungsförderung: Sonderprogramm Weiterbildungsscheck
  • Bildungsförderung: Sonderprogramm Arbeitswelt 4.0 - Fit für die Digitalisierung
  • Berufsreifeprüfung für SchülerInnen im gehobenen Dienst und in der Pflegefachassistenz Niederösterreich

Bildungsförderung

Vollversicherungspflichtige ArbeitnehmerInnen in der Privatwirtschaft, WiedereinsteigerInnen ohne AMS-Bezug (KinderbetreuungsgeldbezieherInnen, Personen nach der Elternkarenz) und öffentlich Bedienstete in handwerklicher Verwendung können die Bildungsförderung in Anspruch nehmen, sofern diese der berufsspezifischen Weiterbildung dient.

Bildungsförderung: Sonderprogramm Berufsreifeprüfung

Die selbe Personengruppe, der auch eine Bildungsförderung des Landes Niederösterreich zusteht (aber auch öffentlich Bedienstete), kann außerdem eine Beihilfe für die Vorbereitungskurse zur Berufsreifeprüfung beantragen.

Bildungsförderung: Sonderprogramm Weiterbildungsscheck

Gefördert werden Personen mit höchstens einem Pflichtschulabschluss, welche entweder

  • ArbeitnehmerInnen (auch öffentlich Bedienstete) sind
  • "Ein-Personen-UnternehmerInnen", die seit mindestens einem Jahr tägig sind
  • ArbeitnehmerInnen mit einem in Österreich formal nicht anerkannten internationalen Berufsabschluss, die als Hilfskräfte tätig sind

Die Beihilfen umfassen berufsbezogene Aus- und Weiterbildung, Prüfungsgebühren und die Nostrifizierung von beruflichen Abschlüssen, die im Ausland erworben wurden.

Bildungsförderung: Sonderprogramm Arbeitswelt 4.0 - Fit für die Digitalisierung

Gefördert werden berufliche Umschulungen, Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen für Erwerbstätige, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Elektronischer Datenverarbeitung (EDV), Informationstechnik (IT) und Informations- und Kommunikationstechnik (IKT).

Berufsreifeprüfung für SchülerInnen im gehobenen Dienst und in der Pflegefachassistenz Niederösterreich

Ordentliche SchülerInnen einer niederösterreichischen GuKPS (gehobener Dienst oder Pflegefachassistenz) können für die Vorbereitung zur Berufsreifeprüfung an ihrer Schule eine finanzielle Unterstützung hinsichtlich der Kursgebühren beantragen.

Förderungen des AMS

Das Arbeitsmarktservice hält für DienstnehmerInnen in einem bestehenden Arbeitsverhältnis und auch für Arbeitssuchende verschiedene Beihilfen bereit:

  • Bildungskarenz und Bildungsteilzeit
  • Freistellung gegen Entfall des Arbeitsentgelts
  • Weitere Förderungen des AMS
  • Fachkräftestipendium

Bildungskarenz und Bildungsteilzeit

Sie sind bereits mindestens sechs Monate ununterbrochen in Ihrem Arbeitsverhältnis und wollen sich weiterbilden? Wenn Ihr Betrieb einverstanden ist, kann eine mindestens zweimonatige, maximal einjährige Bildungskarenz beziehungsweise für wenigstens vier Monate bis maximal zwei Jahre eine Bildungsteilzeit beansprucht werden. Dieser Zeitraum kann auch in Teilen vereinbart werden!

Tipp

Über weitere Voraussetzungen und die Höhe des Weiterbildungsgeldes informieren Sie die AK BidlungsexpertInnen unter +43 5 7171 27000.

Freistellung gegen Entfall des Arbeitsentgelts

Eine weitere Variante ist eine völlig frei gestaltete Karenz, die mindestens sechs Monate bis maximal ein Jahr beträgt. Der Betrieb muss sein Einverständnis geben und für den Zeitraum eine Ersatzarbeitskraft über der Geringfügigkeitsgrenze einstellen, die zuvor Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bezogen hat.

Weitere Förderungen des AMS

Informieren Sie sich bei Ihrer regionalen AMS-Geschäftsstelle über weitere Angebote, die zu Ihrem persönlichen Weiterbildungsweg passen:

  • Qualifizierungsförderung
  • Arbeitsplatznahe Qualifizierung (AQUA)
  • Höherqualifizierung von Beschäftigten in Gesundheits- und Sozialberufen sowie Elementarpädagogik
  • Aus- und Weiterbildungsbeihilfen
  • Arbeitsstiftungen

Arbeitssuchende

Wenn Sie arbeitssuchend sind, dann nutzen Sie auch die Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung des AMS, zur Orientierung kann der Karrierekompass helfen!

Fachkräftestipendium (AMS)

Ziel des Fachkräftestipendiums ist, Mangelberufe in unterschiedlichen Branchen zu fördern. ArbeitnehmerInnen und Arbeitslose werden vom AMS für maximal drei Jahre mindestens in mindestens der Höhe der Ausgleichszulage finanziert.

Wer darf das Fachkräftestipendium beantragen?
Einen Antrag auf das Fachkräftestipendium können ArbeitnehmerInnen, deren Dienstverhältnis wegen der geplanten Ausbildung karenziert wird (ausgenommen sind Lehrlinge und öffentlich-rechtliche Bedienstete, die nicht arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt sind), Beschäftigungslose und selbständig Erwerbstätige, deren Gewerbe ruht, unter folgenden Voraussetzungen stellen:

  • Es müssen 208 Wochen (= 4 Jahre) arbeitslosenversicherungspflichtige unselbständige oder pensionsversicherungspflichtige selbständige Erwerbstätigkeit innerhalb der letzten 15 Jahre nachgewiesen werden. Darunter fallen auch Lehrzeiten und unter Umständen auch Zeiten wie Kinderbetreuungsgeldbezug und Präsenz- oder Zivildienst.
  • Die höchste abgeschlossene Ausbildung muss unter dem Fachhochschulniveau liegen
  • Ein Nachweis der Erfüllung der Aufnahmevoraussetzungen für die jeweilige Ausbildung ist zu erbringen. Unabhängig davon, darf das AMS auch eine gesonderte "Eignungsprüfung" veranlassen
  • Der Hauptwohnsitz muss in Österreich liegen.

Für welche Ausbildungen gilt das Fachkräftestipendium?
Es können nur Personen gefördert werden, die eine Ausbildung laut Mangelberuf-Liste absolvieren, wenn die Ausbildung im jeweiligen Förderzeitraum beginnt.

Höhe

  • Personen, die ihr Dienstverhältnis während des Fachkräftestipendiumbezuges karenzieren: 30,60 Euro täglich (Stand 2020
  • Personen, die ihr Dienstverhältnis direkt vor Beginn des Fachkräftestipendiumbezuges selbst gekündigt oder durch eigenes Verschulden verloren haben: In den ersten 4 Wochen erhalten diese den Mindestsatz von 30,60 Euro (Stand 2020), danach erhalten sie die Leistung in der Höhe des fiktiven Arbeitslosengeldes, jedenfalls aber mind. 30,60 Euro (Stand 2020)
  • Personen, die ihr Dienstverhältnis einvernehmlich gelöst haben, die gekündigt wurden oder bereits Arbeitslosengeld oder dergleichen bezogen haben: Das Fachkräftestipendium entspricht dem Wert des fiktiven Arbeitslosengeldbezuges, mindestens aber 30,60 Euro täglich (Stand 2020)

Geringfügige Beschäftigung
Eine geringfügige Beschäftigung ist neben dem Bezug des Fachkräftestipendiums möglich. Im folgenden Fall ist jedoch Vorsicht geboten: Sollten Sie mit Beginn des Fachkräftestipendienbezuges eine geringfügige Beschäftigung bei dem selben Dienstgeber/der selben Dienstgeberin eingehen, bei dem/der Sie gekündigt wurden oder selbst gekündigt haben, dann erhalten Sie maximal den Tagsatz von 30,60 (Stand 2020) Euro auch wenn der Tagsatz Ihres fiktiven Arbeitslosengeldes höher läge. Wenn aber zwischen der vorhergehenden und der geringfügigen Beschäftigung ein Zeitraum von mindestens einem Monat liegt, können Sie auch den höheren Tagsatz beziehen. Sollte der Tagsatz Ihres fiktiven Arbeitslosengeldes ohnedies geringer sein, als der Mindesttagsatz beim Fachkräftestipendium, dann ist diesbezüglich nichts zu befürchten.

Förderungen des BMBWF

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung fördert Lehrlinge, Studierende und SchülerInnen sowie erwachsene Auszubildende mit unterschiedlichen Modellen:

  • Berufsmatura – Lehre mit Reifeprüfung
  • Studienbeihilfe und SelbsterhalterInnen-Stipendium
  • Schul- und Heimbeihilfe
  • Besondere Schulbeihilfe

Berufsmatura - Lehre mit Reifeprüfung

Lehrlinge und TeilnehmerInnen an Maßnahmen nach dem Jugendausbildungssicherungsgesetz werden die gesamten Kurskosten zu den Vorbereitungskursen für die Berufsmatura (= Berufsreifeprüfung) gefördert.

Studienbeihilfe und SelbsterhalterInnen-Stipendium

Ordentliche Studierende und BewerberInnen für die Studienberechtigungsprüfung können ein Stipendium beantragen. Dieses kann bis zu einem Höchstalter von 30 Jahren, bei Beginn des Studiums, beantragt werden (unter bestimmten Umständen kann sich die Altersgrenze erhöhen).

Info

Detaillierte Informationen für StudentInnen, die um eine passende Beihilfe ansuchen wollen, finden Sie in den Artikeln "Förderungen für Studierende" und "Studienbeihilfe".

Schul- und Heimbeihilfe

Beim Besuch einer mittleren oder höheren Schule ab der 10. Schulstufe oder einer in Semester gegliederten Sonderform kann eine Schulbeihilfe beantragt werden. Die Heim- und Fahrtkostenbeihilfe kann schon ab der 9. Schulstufe bezogen werden.
Erwachsene SchülerInnen erhalten diese Förderung bis zu einem Höchstalter von 35 Jahren bei Beginn des Schulbesuches, jedoch kann die Altergrenze unter bestimmten Voraussetzungen angehoben werden.

Besondere Schulbeihilfe

Erwachsene SchülerInnen, die sich durch eine mindestens einjährige Berufstätigkeit selbst erhalten konnten, haben während der sechs Monate vor der abschließenden Reifeprüfung Anspruch auf diese Förderung, sofern soziale Bedürftigkeit besteht und die Berufstätigkeit nachweislich eingestellt/beurlaubt wurde.

Mehr Infos

Besondere Schulbeihilfe und Schul- und Heimbeihilfe für SchülerInnen und erwachsene Auszubildende sind im Artikel "Förderungen für SchülerInnen" im Detail erklärt.

Sonstige Förderungen

Welche Förderungen Sie noch für Ihre Weiterbildung beantragen können, erfahren Sie hier:

  • Initiative Erwachsenenbildung
  • Steuerliche Absetzbarkeit
  • Gewerkschaftliche Förderungen

Initiative Erwachsenenbildung

Das Bildungsministerium und die jeweiligen Wohnsitz-Bundesländer unterstützen Personen, die nicht oder nicht ausreichend einer Basisausbildung oder einem Pflichtschulabschluss nachkommen konnten. Anfallende Kurskosten werden zur Gänze übernommen! Mehr Informationen erhalten Sie auf der Website der Initiative Erwachsenenbildung.

Steuerliche Absetzbarkeit

Auch die ArbeitnehmerInnenveranlagung bringt bares Geld für Bildung! SchülerInnen, die lohnsteuerpflichtig beschäftigt sind oder waren, können sich einen Teil Ihrer bezahlten Steuer zurückholen. Die jährlichen Ausbildungskosten können im Zuge der ArbeitnehmerInnenveranlagung als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Achtung:

Die Ausgaben für Bildungsmaßnahmen sind nur für die eigene Fortbildung steuerlich absetzbar. Die Werbungskosten beziehen sich nicht auf die Schulkosten der Kinder, wie beispielsweise Schulbücher, Computer oder Schreibmaterial.

Gewerkschaftliche Förderungen

Gewerkschaftsmitglieder können eine Förderung ihrer berufsorientierten Weiterbildung beantragen. Die Voraussetzungen und Höhen der Beihilfen sind für jede Fachgewerkschaft unterschiedlich.

Beratung

Die ExpertInnen der AK-Bildungsberatung stehen gerne für individuelle Beratung zur Verfügung. Sie sind telefonisch (05 7171/29000) oder per E-Mail (bildungsberatung@aknoe.at) für Sie erreichbar!

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Bildungsberatung

Tel.: +43 5 7171 27000

Mo - Do: 8 - 16 Uhr
Fr: 8 - 14 Uhr

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