Sonderbetreuungszeit

Video: Was ist Sonderbetreuungszeit?

Sara Pöcheim und Philipp Brokes erklären es in aller Kürze!


Wann habe ich ein Recht auf Sonderbetreuungszeit?

Corona wirbelt Alltag und Pläne durcheinander. Das erleben viele Eltern und pflegende Angehörige gerade schmerzlich. Was tun, wenn ein Kindergarten plötzlich wegen Corona-Verdacht dichtmachen muss? Oder ein Kind von der Schule in Quarantäne geschickt wird – aber die Eltern arbeiten müssen?

AK und ÖGB haben für solche Fälle das Recht auf Sonderbetreuungszeit durchgesetzt. Das bedeutet, Eltern und pflegende Angehörige dürfen bezahlt daheimbleiben. Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht erforderlich; der Bund ersetzt ihm zudem die anfallenden Kosten.

Erfahren Sie hier im Detail, wie die Sonderbetreuungszeit geregelt ist. 

Sie kennen sich nicht aus?

Zögern Sie nicht, die BeraterInnen in Ihrer AK beraten Sie gern!

Für Eltern mit Kindern unter 14 

Wann haben Sie das Recht auf Sonderbetreuungszeit?

Sonderbetreuungszeit können Sie dann in Anspruch nehmen, wenn einer der folgenden Fälle eintritt:

  • Der Kindergarten oder die Schule wird geschlossen und bietet keine Betreuung an.
  • Eine ganze Klasse oder Kindergartengruppe wird coronabedingt nachhause geschickt – und es gibt keine Betreuung.
  • Das eigene Kind muss in Quarantäne, weil es sich infiziert hat oder als Kontaktperson festgestellt wurde. 

Sie haben einen Rechtsanspruch darauf …

  • wenn das Kind noch unter 14 ist und
  • keine erwachsene Person die Betreuung übernehmen kann, z.B. ein nicht berufstätiger zweiter Elternteil.

Wichtig! 

Sie arbeiten im Homeoffice und niemand kann Ihnen die Kinderbetreuung abnehmen? Auch dann haben Sie ein Recht auf Sonderbetreuungszeit! Ihre Arbeit braucht Ihre volle Aufmerksamkeit. Ihr Kind auch. Beides zusammen geht sich nicht aus. 

Muss der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin zustimmen?

Nein. Sie haben einen Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit! Bitte informieren Sie Ihren Arbeitgeber oder Ihre Arbeitgeberin aber sofort. ArbeitgeberInnen bekommen die Kosten zu 100 % vom Bund ersetzt. 

Tipp

Schule oder Kindergarten bieten eine Notbetreuung an, Sie möchten das Kind aber trotzdem lieber daheim haben? Sie haben in dem Fall zwar keinen Rechtsanspruch, können aber trotzdem versuchen, eine Sonderbetreuungszeit zu vereinbaren. Auch in diesem Fall erhält der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin 100 % Kostenersatz vom Bund. 

Wie lang kann ich Sonderbetreuungszeit in Anspruch nehmen?

  • Sie können die Sonderbetreuungszeit bis zu vier Wochen bis zum Ende des aktuellen Schuljahres (9. Juli 2021) in Anspruch nehmen, auch in Teilen, zum Beispiel in Halbtagen.

  • Jeder Elternteil hat auf diese 4 Wochen Anspruch. Ein gemeinsamer Wohnsitz mit dem Kind ist nicht Voraussetzung. 

Wie viel Geld bekomme ich während der Sonderbetreuungszeit?

Sie bekommen wie immer bezahlt – als würden Sie ganz normal arbeiten gehen (Entgeltfortzahlung). 

Für pflegende Angehörige 

Sonderbetreuungszeit für pflegebedürftige Angehörige

Sie kümmern sich um eine/n pflegebedürftige/n Angehörige/n und die bisherige Betreuungskraft (nach Definition des Hausbetreuungsgesetzes) ist ausgefallen? Wenn die Betreuung und Pflege nicht mehr gewährleistet ist, stehen Ihnen zusätzlich vier Wochen Sonderbetreuungszeit zur Verfügung. 

Sonderbetreuungszeit für Menschen mit Behinderung

Sie betreuen einen Menschen mit Behinderung zuhause – entweder freiwillig oder weil die Schule oder Betreuungseinrichtung ihr Angebot reduzieren oder ganz herunterfahren musste? Auch dann haben Sie einen Rechtsanspruch auf bis zu 4 Wochen Sonderbetreuungszeit. Das Alter des behinderten Menschen spielt dabei keine Rolle.

Sie können auch Sonderbetreuungszeit in Anspruch nehmen, wenn wegen COVID-19 die persönliche Assistenz ausfällt, die sonst einen nahen Angehörigen mit Behinderung begleitet. Ein gemeinsamer Haushalt ist hier keine Voraussetzung 

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Arbeits- und Sozialrecht 

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Telefon: +43 5 7171 22000

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