15.03.2020

Corona: Kurzarbeit

Von Kurzarbeit spricht man, wenn in einem Betrieb die Arbeitszeit zeitlich begrenzt herabgesetzt wird, um wirtschaftliche Störungen zu überbrücken. 

FAQs zu Kurzarbeit


Zur Bewältigung der Corona-Krise gibt es dazu ein besonderes Kurzarbeits­modell. Damit wird es möglich sein, die Arbeitszeit auf bis zu null Stunden zu reduzieren und trotzdem in einem aufrechten Beschäftigungsverhältnis bei fast vollem Lohnausgleich zu bleiben. Damit sollen so viele Menschen wie möglich in Beschäftigung gehalten- und Kündigungen oder einvernehmliche Lösungen vermieden werden.

Sollte Ihnen die (vorübergehende) Auflösung Ihres Arbeits­verhältnisses angeboten werden, weisen Sie Ihren Arbeit­geber ausdrücklich auf diese Alternativ­möglichkeit hin!


Kurzarbeit: So viel Geld bekommen Sie!

Wir haben für Sie ein Berechnungsbeispiel: So hoch sind die Einkommen (0,5 MB)


Weitere Infos

Kurzarbeit: So läuft das ab (Grafik) (0,2 MB)

AMS Bundesrichtlinie: Kurzarbeit (Covid) (0,1 MB)

Sozialpartnervereinbarung: Handlungsanleitung (0,3 MB)

Weitere Infos vom ÖGB

Wie kann Kurzarbeit in meinem Betrieb eingeführt werden? 

Arbeitgeber und Betriebsrat (in Betrieben ohne Betriebsrat: die einzelnen ArbeitnehmerInnen) vereinbaren schriftlich die Dauer und das Ausmaß der Kurzarbeit, also: wie viele Stunden wöchentlich reduziert werden. Vorerst ist die Vereinbarung für maximal 3 Monate möglich, Verlängerungen sind in Ausnahmefällen sind aber nicht ausgeschlossen. 

Entsprechende Unterlagen erhält Ihr Arbeitgeber vom AMS, der Wirtschaftskammer oder den Fachgewerkschaften

Die Vereinbarung wird den beiden Interessenvertretungen (Wirtschaftskammer und Gewerkschaft) zur Unterschrift vorgelegt. Diese erfolgt grundsätzlich binnen 48 Stunden. Ab diesem Zeitpunkt ist die Beantragung der Kurzarbeitsbeihilfe durch den Arbeitgeber beim zuständigen Arbeitsmarktservice möglich. 

Wie ändert sich mein Einkommen durch die Reduktion meiner Arbeitszeit? 

Im Rahmen dieses besonderen Kurzarbeitsmodells kann die Arbeitszeit um 10 Prozent bis sogar 100 Prozent reduziert werden.  

Für eine allfällige, weiterhin im Betrieb erbrachte Arbeitsleistung bekommen ArbeitnehmerInnen natürlich weiterhin Ihr anteilsmäßiges Entgelt vom Arbeitgeber ausbezahlt.

Die ausgefallenenr/reduzierten Arbeitsstunden erhalten ArbeitnehmerInnen hingegen in Form einer Kurzarbeitsbeihilfe vom AMS fast zur Gänze ausgeglichen. Diese Nettoersatzrate ist je nach bisheriger Einkommenshöhe gestaffelt:

* 80 Prozent Nettoersatzrate, wenn das Bruttoentgelt vor der Kurzarbeit über 2.685,- Euro liegt.

* 85 Prozent bei einem Bruttoentgelt zwischen 1.700 Euro und 2.685 Euro

* 90 Prozent bei einem monatlichen Entgelt bis 1.700,-- Euro brutto 

Muss ich im Zuge der Kurzarbeit meinen Urlaub aufbrauchen?

Die Richtlinie zur Corona-Kurzarbeit besagt, dass Alturlaube aus Vorjahren und offene Zeitausgleichsguthaben vor oder während der Kurzarbeit „tunlichst“ abzubauen sind.

Wichtig: Im Zuge eines Urlaubs, Zeitausgleichabbaus oder Krankenstandes während der Kurzarbeit wird Ihr Entgelt aber auf Basis Ihrer bisherigen Arbeitszeit vor der Kurzarbeit bezahlt! 


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