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Altersteilzeit

Die geförderte Altersteilzeit gibt älteren ArbeitnehmerInnen die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Mit Zustimmung der ArbeitgeberInnen wird so ein gleitender Übergang in die Pension geschaffen. Die ArbeitnehmerInnen verlieren dabei weder Pensionsbezüge noch Ansprüche auf Krankengeld, Abfertigung oder Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung. 

TIPP

Einfach und schnell die Altersteilzeit berechnen: Hier geht's zum Altersteilzeitrechner.

So funktioniert die Altersteilzeit

  • Die ArbeitnehmerInnen können ihre Arbeitszeit um 40 bis 60% verringern.

  • Sie erhalten neben dem Arbeitsentgelt für ihre verringerte Arbeitszeit zusätzlich einen Lohnausgleich in der Höhe von 50% der Differenz zwischen dem bisherigen Arbeitsentgelt (12 Monatsschnitt) und dem der verringerten Arbeitszeit entsprechenden Entgelt. 

"Entgelt" ist mehr als Lohn oder Gehalt. Der Entgeltbegriff umfasst beispielsweise Überstundenentgelt inkl. Zuschläge, Provisionen, Leistungsentgelte, Sachbezüge etc.

  • Die ArbeitgeberInnen zahlen die Sozialversicherungsbeiträge weiter wie bisher, d.h. die Beitragsgrundlage vor Herabsetzung der Arbeitszeit bleibt erhalten. Auch der Abfertigungsanspruch bleibt auf Basis der Arbeitszeit vor Herabsetzung der Arbeitszeit gewahrt.

  • Die Laufzeit der Altersteilzeit ist grundsätzlich auf fünf Jahre beschränkt

  • Die Arbeitszeit kann entweder kontinuierlich oder in Form eines Blockzeitmodells reduziert werden. Bei „Blockmodellen“ muss spätestens mit Beginn der Freizeitphase eine Ersatzarbeitskraft eingestellt werden. 

Als Ersatzarbeitskraft gilt entweder eine Person, die zuvor arbeitslos war und nun über der Geringfügigkeitsgrenze eingestellt wird, oder ein Lehrling.

  • Auf Antrag erhalten die Arbeitgeberinnen einen Teil des Mehraufwandes als Förderung zurück. 

Höhe der Sozialversicherungsbeiträge

Die ArbeitgeberInnen entrichten die Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung) auf Grundlage des Einkommens vor Beginn der Altersteilzeit.

Wann kann ich in Altersteilzeit gehen?

  • Der frühestmögliche Antrittszeitpunkt ist sieben Jahre vor der Regelpension.

  • Das Zugangsalter für Männer beträgt 58 Jahre.

  • Frauen, die am 1.12.1963 oder früher geboren sind, können ab 53 Jahren mit einer Altersteilzeit beginnen. Die sukzessive Anhebung des Regelpensionsalters für später geborene Frauen bewirkt somit ein späteres Zugangsalter für die Altersteilzeit.

Weitere Voraussetzungen für Altersteilzeit

  • Vereinbarung zwischen ArbeitnehmerIn und ArbeitgeberIn, die Arbeitszeit auf 40 bis 60% der Normalarbeitszeit zu verringern

  • Vereinbarung, dass die ArbeitgeberInnen den ArbeitnehmerInnen einen Lohnausgleich erstatten, der die Hälfte des Entgeltverlustes beträgt

  • Vereinbarung, dass die Sozialversicherungsbeiträge auf Basis der Beitragsgrundlage vor Herabsetzung der Arbeitszeit entrichtet werden und die Abfertigung auf Basis der Arbeitszeit vor Beginn der Altersteilzeit berechnet wird.

  • In den letzten 25 Jahren müssen die ArbeitnehmerInnen mindestens 15 Jahre arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein. Diese Voraussetzung muss zu Beginn der Vereinbarung erfüllt sein.  
        
  • Das bisherige Beschäftigungsausmaß im letzten Jahr vor Beginn der Altersteilzeit darf höchstens 40% unter der gesetzlichen bzw. kollektivvertraglichen Arbeitszeit liegen. Bei einer 40-Stunden-Woche sind das 24 Stunden, bei 38,5 Stunden sind das 23,1 Stunden pro Woche. Somit können auch Teilzeitbeschäftigte, deren Arbeitszeit zumindest 60% der Normalarbeitszeit beträgt, eine geförderte Altersteilzeit in Anspruch nehmen.

  • Ein Arbeitsverhältnis muss mindestens 3 Monate gedauert haben, dann ist bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen ein Übertritt in die Altersteilzeit möglich. 

Ausnahmen von der geförderten Altersteilzeit

Ausgeschlossen von der geförderten Altersteilzeit sind ArbeitnehmerInnen, die 

  • eine eigene Leistung aus der Pensionsversicherung (außer Witwen-, Witwerpension),
  • Sonderruhegeld gemäß dem Nachtschwerarbeitsgesetz oder
  • einen Ruhegenuss aus einem Dienstverhältnis zu einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft beziehen oder
  • das gesetzliche Pensionsalter vollendet und einen Anspruch auf Regelpension haben.

Geblockte Altersteilzeit wird nach wie vor nur bis zum frühestmöglichen Pensionsstichtag gefördert. Ausnahme: Bei Anspruch auf die Korridorpension kann geblockte Altersteilzeit für längstens ein Jahr weitergeführt werden, sollte keine andere Pension zustehen.

Erkrankung während der Altersteilzeit

Wenn Sie die Altersteilzeit geblockt in Anspruch nehmen und während der Vollarbeitsphase krank werden, erwerben Sie nach Rechtsauffassung des Obersten Gerichtshofes nur während der Entgeltfortzahlung ein Zeitguthaben für die Freizeitphase. Für entgeltfreie Zeiten, also wenn Sie nur Krankengeld von der Krankenkasse bekommen, können Sie kein Zeitguthaben erwerben. Bei kontinuierlicher Altersteilzeit kann diese Problematik nicht auftreten.

Gibt es bei Altersteilzeit Einbußen bei der Abfertigung? 

Nein. Die Abfertigung „alt“ wird auf Basis der Arbeitszeit vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit berechnet. Die Beiträge zur Abfertigung „neu“ werden entsprechend der Beitragsgrundlage entrichtet, die der vorherigen Arbeitszeit entspricht.

Kann ich während der Altersteilzeit gekündigt werden?

Im Prinzip ja. Aber eine Kündigung, die wegen einer beabsichtigten oder tatsächlich in Anspruch genommenen Herabsetzung der Normalarbeitszeit ausgesprochen wird, kann bei Gericht als Motivkündigung angefochten werden. Außerdem wäre eine Anfechtung der ausgesprochenen Kündigung hinsichtlich Altersdiskriminierung bzw. Sozialwidrigkeit zu prüfen.

Kann ich auf eine Altersteilzeit-Vereinbarung bestehen? 

Die Altersteilzeit muss mit den ArbeitgeberInnen schriftlich vereinbart und genehmigt werden. Das heißt, die Altersteilzeit kann auch verweigert werden. Einen Rechtsanspruch haben nur die ArbeitgeberInnen gegenüber dem AMS auf die Förderung in Form des Altersteilzeitgeldes, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

Vorteile der Altersteilzeit

Von der Altersteilzeitregelung profitieren beide Seiten: Für die ArbeitnehmerInnen halten sich die finanziellen Einbußen in Grenzen, weil sie das Entgelt nicht nur für die verringerte Arbeitszeit erhalten, sondern auch für die Hälfte des „Verzichts“.

ArbeitgeberInnen können einen Teil der Mehrkosten als "Altersteilzeitgeld" vom Arbeitsmarktservice zurückbekommen. 

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Schlagworte: Altersteilzeit
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