Wie kann man eine Unternehmenskrise erkennen?
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Wie kann man eine Unternehmenskrise erkennen?
Unternehmenskrisen durchlaufen in der Regel verschiedene Phasen. Je nachdem, welche Unternehmensziele nicht erreicht werden kann demnach zwischen Strategiekrise, Ertragskrise und Liquiditätskrise unterschieden werden.
Diese Unterscheidung ist insofern von besonderer Bedeutung, als die einzelnen Krisenphasen in der Regel nacheinander auftreten – beginnend mit der Strategiekrise und endend mit der Liquiditätskrise. Es wird somit erkennbar, wie tief ein Unternehmen schon in der Krise steckt, wie weit sie fortgeschritten ist.
Phase 1 - die Strategiekrise
In einer Strategiekrise werden die sogenannten „Erfolgspotentiale" eines Unternehmens beeinträchtigt bzw gestört. Erfolgspotentiale sind etwa Wettbewerbsvorteile, die Qualität der Produkte, eine besondere Marktstellung oder ein besonderes Markenimage. Auch externe Einflüsse wie politische Veränderungen, Marktverschiebungen, Konjunktureinbrüche können zu Strategiekrisen führen.
Während einer Strategiekrise werden die Ertragsziele wie Gewinn, Umsatz etc (noch) erreicht, auch die Liquiditätsziele sind nicht beeinträchtigt. Aus einer Bilanz ist daher diese Phase kaum erkennbar, es müssen andere Krisenindikatoren beobachtet werden.
Anzeichen einer Strategiekrise können sein:- Produktentwicklung stockt, es kommen keine neue Produkte nach;
- Kundenzufriedenheit sinkt, die Reklamationen steigen;
- Die Lagerbestande erhöhen sich;
- Liefertermine werden nicht eingehalten (ev. Probleme in der Logistik oder Produktion)
- Auftragseingänge sinken;
- Die Fluktuation in der Belegschaft steigt; ebenso die Unzufriedenheit
Phase 2 – die Ertragskrise
Werden während einer Strategiekrise keine Gegenmaßnahmen ergriffen, ist zu befürchten, dass sich die Krise ausweitet und die Erträge des Unternehmens schmälert. Diese Phase ist in der Regel gut in der Bilanz eines Unternehmens sichtbar.
Anzeichen einer Ertragskrise können sein:- Rückläufiger Umsatz;
- Rückläufige Produktivität;
- Rückläufige Gewinn- und Rentabilitätswerte;
- Steigende Bestandsveränderungen;
- Zunehmende Bilanzpolitik (Verkauf von Anlagevermögen, Auflösung von Rückstellungen)
- Einsparungsmaßnahmen werden ergriffen;
- Technische Kapazitäten sind nicht ausgelastet;
Phase 3 – die Liquiditätskrise
Dauert die Ertragskrise länger an und verfügt die Gesellschaft nur über eine schmale Eigenkapitalausstattung, schlittert die Gesellschaft früher oder später in eine Liquiditätskrise. Die Liquiden Mittel werden immer knapper, Kredite müssen aufgestockt werden, die Rückzahlung fällt aber immer schwerer.
Zu Beginn einer Liquiditätskrise können „finanzielle Löcher" noch durch Umschuldungen, Zahlungsmoratorien, Verpfändungen etc. geschlossen werden. Später droht aber die Gefahr, dass die Zahlungsunfähigkeit nicht nur vorübergehender Natur, sondern dauernd ist, ein Insolvenzverfahren droht. In dieser Situation hat der Aufsichtsrat besondere Sorgfalt zu bewahren, gilt es doch, eine Konkursverschleppung und damit eine Verletzung seiner Sorgfaltspflichten zu vermeiden.
Anzeichen einer Liquiditätskrise können sein:- Cash Flow wird negativ
- Verschuldungsdauer steigt weit über 15 Jahre, die Eigenkapitalquote unter 8 %
- Die Lieferanten liefern nur mehr gegen Barzahlung;
- Löhne und Gehälter werden verspätet oder gar nicht ausbezahlt
- Mahnungen werden häufiger
- Bankverbindungen werden gewechselt
- Die Öffentlichkeit wird auf die Krise des Unternehmens aufmerksam
- Kunden springen endgültig ab.
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