Staub macht krank
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Ob Bauarbeiter, Tischler, Bäcker oder Metaller: Sie und viele andere Menschen sind im Beruf Staub und Schmutz ausgesetzt. Aber nicht nur gefährliche Stäube wie Asbest, Quarzstaub oder Holzstaub schädigen die Gesundheit: Auch normaler Staub - wenn im Übermaß vorhanden - belastet Haut und Atemwege und kann sogar Allergien oder andere Erkrankungen auslösen.
Unsichtbare Gefahr
Staub ist ein Gemisch aus festen Stoffen (Partikel) und Luft. Ob sie die Gesundheit gefährden oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Neben der Staubart ist ein ganz wesentlicher Punkt die Größe der Partikel. Denn je kleiner die Staubteilchen sind, desto tiefer gelangen sie beim Einatmen in die Lunge und setzen sich dort fest. Feinstaub mit einer Partikelgröße von unter fünf Mikrometern (1 Mikrometer ist ein millionstel Meter) ist mit bloßem Auge gar nicht mehr zu erkennen.
zum SeitenanfangKomplizierte Selbstreinigung
Mit einem komplizierten Reinigungssystem schafft es der menschliche Körper, Fremdmaterialien, wie etwa Staub, wieder aus den Atemwegen zu entfernen. In der Nase gibt es Zellen, die Schleim absondern und so den Staub binden. Durch Niesen und Schnäuzen wird dieser aus dem Körper wieder entfernt.
Gelangt der Staub jedoch in die tiefer liegenden Atemwege, tritt ein anderes Abwehrsystem in Kraft: Dabei spielen die mikroskopisch kleinen Flimmerhärchen, mit denen die Bronchien und ihre feineren Verzweigungen (Bronchiolen) ausgekleidet sind, eine wesentliche Rolle. Sie befinden sich permanent in Bewegung und transportieren dadurch die im Bronchialschleim abgelagerten Staubteilchen wieder in die äußeren Atemwege. Von dort können sie problemlos abgehustet werden.
Kompliziert wird es jedoch beim erwärmten Feinstaub. Der kann nämlich aufgrund seiner geringen Größe beide Barrieren aus Schleimhaut und Flimmerhärchen passieren und bis in die feinsten Verästelungen der Lunge vordringen. Aber auch für dieses Problem hat der Körper einen Abwehrmechanismus: Die Lungenbläschen rücken dem Feinstaub mit Hilfe so genannter Fresszellen auf den Leib. Diese "verdauen" sozusagen die eingedrungenen Fremdkörper: Sie nehmen sie auf und werden dann selbst über die Blut- beziehungsweise Lymphbahn abtransportiert oder mit dem Bronchialschleim über die Luftwege abgesondert.
Nicht unbegrenzt belastbar
Dieses körpereigene Reinigungssystem ist allerdings störanfällig und nicht unbegrenzt belastbar. Tabakrauch oder Entzündungen können zum Beispiel dazu führen, dass die Flimmerhärchen verkleben und sich nicht mehr geordnet bewegen können. Der Abtransport von Staubpartikeln funktioniert dann nicht mehr.
Auch eine dauerhafte Staubbelastung kann je nach Staubart und Partikelgröße zu Erkrankungen wie etwa Entzündungen der Atemwege (Bronchitis) oder auch zu Allergien führen. Solche Stauballergien zeigen sich dann oft in Hauterkrankungen, Verengungen der Atemwege und in manchen Fällen sogar in Asthma.
Der ständige Kontakt mit Asbestfasern in Feinstaub oder einigen künstlichen Mineralfasern kann auch chronische Prozesse auslösen, die zur Vernarbung und Schwielenbildung an den Lungenbläschen führen. Die Folge davon ist die Lungenasbestose. Einige Staubarten können auch Krebs auslösen. Dazu zählen vor allem der Quarzstaub, aber auch Buchen- und Eichenstaub.
Besonders gefährdet: RaucherInnen!
RaucherInnen, die am Arbeitsplatz Staub ausgesetzt sind, sind in ihrer Gesundheit besonders gefährdet. Tabakrauch zerstört die Schleimhäute und damit auch die Flimmerhärchen und schleimbildenden Drüsenzellen der Atemwege.
Weil dann der Selbstreinigungsmechanismus der Lunge nicht mehr optimal funktioniert, ist die schädliche Wirkung des Staubs bei RaucherInnen viel stärker als bei NichtraucherInnen. Die beste und wirksamste Lösung wäre, mit dem Rauchen aufzuhören.
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