Pendeln in Niederösterreich
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Das Land Niederösterreich ist PendlerInnenland, das bestätigt die neue PendlerInnenstudie der Niederösterreichischen Arbeiterkammer für die Jahre 2005 bis 2009.
„Jede/r zweite ArbeitnehmerIn muss in einen anderen Bezirk oder in ein anderes Bundesland zur Arbeit pendeln. Die Wirtschaft funktioniert nur, weil 260.000 Menschen täglich viel Zeit und viel Geld aufwenden, um zu ihren Arbeitsplätzen zu kommen“, sagte AKNÖ-Präsident Haneder.
Arbeitswege werden immer länger
Der durchschnittliche werktägliche Weg zum Arbeitsplatz war 2003 20,1 km. 2008 beträgt diese Entfernung schon 20,9 km. Die Zeit, die dafür notwendig ist, bleibt allerdings mit 30 Minuten gleich.
Längere Wege zur Arbeitsstätte werden bevorzugt mit dem öffentlichen Verkehrsmittel zurückgelegt. Durchschnittlich werden an einem Werktag mit dem Auto 15,7 km zurückgelegt und mit der Bahn 31,9 km.
Auch der Anteil, den der Berufsverkehr an den gesamten Wegen in Niederösterreich hat, hat sich zwischen 2003 und 2008 um ein Prozent auf 24 Prozent aller Wege erhöht.
Jeden Arbeitstag kommen 6 neue PendlerInnen dazu.
„Deshalb muss alles getan werden, um das Pendeln zu erleichtern und es muss alles unterlassen werden, was das Pendeln erschwert oder verteuert“, so Haneder.
Auto gegen Öffi
80 % fahren mit dem Auto, nur ein Fünftel nützt öffentliche Verkehrsmittel.
Höhere Werte erzielen vor allem Bezirke und Städte, die ein gutes Angebot im Bereich des öffentlichen Verkehrs aufweisen: Spitzenreiter sind hier Bezirke wie Hollabrunn, mit einem Anteil des öffentlichen Verkehrs von rund 34%. Tulln liegt bei den Auspendlerinnen und Auspendlern mit einem Anteil von 46 % im öffentlichen Verkehr an erster Stelle in Niederösterreich.
Forderung
Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs
- Damit der öffentliche Verkehr als Alternative wahrgenommen wird, braucht es ein verlässliches, qualitativ hochwertiges Grundangebot und eine verbesserte Information bei Verspätungen.
- Der Zugang zum öffentlichen Verkehr muss durch weitere Maßnahmen erleichtert werden: Verstärktes Marketing, einen einheitlichen Verkehrsverbund für Niederösterreich und damit einen Tarif, eine Vereinfachung des Ticketverkaufs bis hin zu berührungslosen Tickets, damit neue BenutzerInnengruppen angesprochen werden können.
- Einführung von speziellen Zeitkarten für Teilzeitbeschäftigte.
Forderung
Finanzielle Unterstützung der PendlerInnen
- Die Umgestaltung der Pendlerpauschale in einen Absetzbetrag mit Negativsteuerwirkung, wobei die Nutzung des öffentlichen Verkehrs durch höhere Beträge unterstützt werden soll. Ebenso eine Reökologisierung der niederösterreichischen Pendlerhilfe und eine Umstellung auf Individualförderung.
- Keine Erhöhung der Mineralölsteuer zur Finanzierung des Budgetdefizites.
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