Lebensmittel-Allergien und Intoleranzen

Jeder Vierte gibt an, an einer Lebensmittelallergie zu leiden. Doch nicht alles, was auf den ersten Blick nach Allergie aussieht, ist auch eine. Und wenn doch, geht das Leben trotzdem weiter. Zwar anders, aber keineswegs ohne Genuss.

Die AKNÖ-Broschüre "Nicht alles ist eine Allergie" klärt über versteckte Lebensmittelbestandteile auf und zeigt Wege zum genussreichen Essen.

Lebensmittelintoleranz, Allergien und allergische Reaktionen

Lebensmittelunverträglichkeiten sind krankhafte Reaktionen auf einzelne Lebensmittel oder Lebensmittelbestandteile. Darunter fallen echte Allergien, Pseudoallergien und Lebensmittelintoleranzen.

Am häufigsten sind Allergien gegen Kuhmilch, Hühnereier, Fisch, Soja und die Unverträglichkeit von Gluten.

Auslöser von Lebensmittelallergien sind praktisch immer Eiweißverbindungen. Für Kinder sind Allergien gegen Kuhmilch, Ei und Soja sowie gegen Nüsse, Getreide und Fisch typisch.

Viele Allergien treten erst im Erwachsenenalter auf und sind gegen Gemüse, Obst, Gewürze, Nüsse, Ei, Milch und Fisch gerichtet.

Allergische Reaktionen können sich unterschiedlich äußern: Rötung, Juckreiz und Schluckbeschwerden sind genauso möglich wie Niesattacken, Asthma und Atembeschwerden bis hin zu Schwindel, Kreislaufzusammenbruch und Schock.

Am Anfang steht die Diagnose

Erst nach einer umfassenden Diagnose durch den Allergologen ist es möglich, sich über seine zukünftige Esskultur ein Bild zu machen.

Die Diagnose Allergie bedeutet jedoch keinesfalls puren Verzicht. Es ist zwar vieles anders, aber es gibt Alternativen und – es gibt auch Genuss trotz Allergie.

Viele Stoffe, die allergische Reaktionen auslösen, sind aber oft schwer in der Nahrung zu orten. Für Personen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist ein Blick auf die Zutatenliste unerlässlich.

Ernährungstipps

  • Bei Obst und Gemüse kann kräftig zugegriffen werden. Nahrungsmittelallergiker reagieren nicht auf alle Sorten allergisch. Die Wahlmöglichkeit bleibt groß. Gegarte Nahrungsmittel werden eher vertragen als rohe Produkte. Manche Allergene werden durch Erhitzen zerstört. So sind gekochte Äpfel bekömmlicher als rohe.

  • Milchprodukte sind eine hervorragende Quelle für Eiweiß und gute Kalziumlieferanten. Durch Erhitzen oder Säuerung verlieren einige Milcheiweiße ihr allergenes Potenzial. Klären Sie im Falle einer Kuhmilchallergie oder Laktoseintoleranz mit Ihrer Ernährungsfachkraft, welche Milchprodukte Sie vertragen.

  • Reis und Kartoffeln gelten als allergenarm. Bei Glutenunverträglichkeit müssen glutenfreie Getreidesorten verwendet werden, z. B. Reis, Mais. Amarant oder Quinoa sind ebenfalls eine schmackhafte Alternative.

  • Fisch ist ein günstiger Eiweißlieferant und eine gute Jodquelle. Zweimal pro Woche sollte er auf dem Speiseplan stehen. Fischallergiker müssen Jod aus anderen Quellen beziehen, etwa aus jodiertem Speisesalz. Fleisch und Eier sollten in Maßen genossen werden. Lamm und Pute gelten als allergenarm.

  • Ausreichend trinken ist wichtig für die Gesundheit. Mindestens 1,5 bis 2 Liter Leitungs- oder Mineralwasser, Kräuter- oder Früchtetee täglich werden empfohlen. Alkohol kann die Wirkung von Allergenen verstärken – hier ist für Allergiker Vorsicht geboten. Das gilt auch für koffeinhaltige Getränke.
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