Konsumentenschutz-Bilanz

1.125.402 Euro hat der AKNÖ-Konsumentenschutz im Vorjahr für die NiederösterreicherInnen erkämpft. Die Arbeit stand ganz im Zeichen der Finanzkrise. Probleme bereiteten den KonsumentInnen außerdem Abzockgeschäfte im Internet sowie Bau- und Heizangelegenheiten, KFZ-Mängel und Reisen.

Konsumentenberatung in Zahlen

1.125.402 Euro konnten den Hilfe suchenden KonsumentInnen im Vorjahr gesichert werden. Der Löwenanteil von 960.721 Euro wurde auf außergerichtlichem Weg erzielt. „Wir bemühen uns, Probleme der KonsumentInnen nicht gleich vor Gericht zu lösen. Durch sehr intensives Verhandeln kommen wir bei einem Großteil der Fälle zu einer Lösung und das AKNÖ-Mitglied zu seinem Recht“, erklärt Herwig Rezek, der Leiter der Konsumentenberatung der AKNÖ.

3.750 Mal mussten die AKNÖ-ExpertInnen bei Firmen intervenieren, weil diese nicht bereit waren, auf berechtigte Anliegen zu reagieren. In 17 Fällen erteilte die AKNÖ eine Rechtshilfezusage.

Insgesamt wurden 77.291 KonsumentInnen aus Niederösterreich telefonisch beraten. In 8.587 Fällen war ein persönliches Gespräch nötig, um eine Lösung zu finden.

Schwerpunkte 2009

Bau. Baumängel, nicht eingehaltene Vereinbarungen, überschrittene Fristen seitens der Baufirmen: Häuslbauer haben es nicht leicht. Hier ist das Durchsetzen von Gewährleistungsansprüchen wegen der meist hohen Streitwerte und Sachverständigenkosten schwierig. Viele KonsumentInnen schrecken vor Klagen zurück, weil sie finanziell nicht in der Lage sind, langwierige Prozesse zu führen. Mit 1.777 Anfragen ist dieser Bereich Dauerbrenner bei den Anfragen.

Heizen und Energie. Die Frage nach dem geeignetsten und dem günstigsten Brennstoff sowie die Möglichkeiten, Energie im Haushalt zu sparen, beschäftigte die KonsumentInnen. 1.282 fragten telefonisch an.

Neuer Problemfall Tippgemeinschaft. Wer aufgrund eines ungewollten Werbeanrufes irrtümlich einen Vertrag mit Vermittlern von Wett- oder Lotteriedienstleistungen abschließt, sitzt in der Falle. Er oder sie ist fortan Kunde einer Tippgemeinschaft, die für ihn Tipps abgibt und monatlich Geld – rund 50 Euro monatlich - kassiert. „Dieses Problem tritt verstärkt seit Oktober 2009 auf, in dieser kurzen Zeit hatten wir insgesamt 150 Anfragen, die Tendenz ist steigend. Die Vermittler nutzen hier geschickt eine Unklarheit im Konsumentenschutzgesetz aus“, sagt Herwig Rezek.
Bei Verträgen mit Vermittlern von Wett- und Lotteriedienstleistungen gibt es derzeit kein Rücktrittsrecht - auch wenn diese Verträge aufgrund von unerwünschten Werbeanrufen per Telefon zustande kommen und die KonsumentInnen darauf hereinfallen. Die AKNÖ fordert eine klare gesetzliche Regelung, sodass es auch für diese Form der Dienstleistung ein Rücktrittsrecht gibt. „Wir fordern, dass Verträge, die durch unerwünschte Werbeanrufe, sprich: cold calling, zustande kommen, bis zur schriftlichen Genehmigung durch den Kunden unwirksam sind“, erklärt Herwig Rezek.

Internet. Probleme mit Websites, die vermeintlich Gratisangebote zu Routenplanern, Software-Download-Seiten, Raucherentwöhnung oder Rezepten enthalten, waren auch 2009 ein Thema. Entweder werden die Informationen über die Kosten in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder auf der Homepage versteckt. Im Bereich Teleshopping kam es immer wieder zur Verrechnung von höheren Beträgen als in der Werbung vermittelt wurde oder die Rückgabe von Waren gestaltete sich schwierig und war mit überhöhten Kosten verbunden. 4.191 KonsumentInnen ließen sich beraten.

Hohe Datentransferkosten. Internetuser beschwerten sich 2009 verstärkt darüber, dass ihnen bei Überschreiten des Datenvolumens das Vielfache verrechnet wurde als innerhalb ihres gebuchten Pakets – Rechnungen von bis zu 8.600 Euro waren die Folge.

Chatpauschale für Sex-Hotlines. Probleme im Bereich Telekommunikation bereiteten auch Telefon-Sex-Hotlines, die in Anzeigen als Anreiz mit einer herkömmlichen Festnetznummer (4 Cent/Minute) beworben werden. Ein einmaliges Telefonat wird so geschickt geführt, dass den Anrufenden eine Chat-Pauschale von 70 Euro im Monat verkauft wird, ohne dass sie das sofort realisieren.

Reisen. Ob Nilkreuzfahrt im Schnellverfahren, Bagger am Strand oder ruinierte Reisetasche: Interventionen bei Reiseveranstaltern hatten 2009 wieder Saison. Die KonsumentenschützerInnen verzeichneten dazu 1.158 Anfragen.

KFZ. Die Frage nach der günstigsten Haftpflicht- oder KFZ-Versicherung wurde von der AKNÖ-Konsumentenberatung 1.323 mal beantwortet. 828 KonsumentInnen holten sich Rat rund um den Autokauf und 1.282 wandten sich an die AKNÖ, weil es Probleme bei der Reparatur ihres Autos gab.

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