Jahresbilanz im Bezirk Zwettl

Binder: „260 Euro für 11 Wochen Arbeit – da stimmt etwas nicht!“

„Wenn gleich nach dem ersten Monat der Lohn ausbleibt, dann sollten die Alarmglocken läuten“, zeigte AK-Bezirksstellenleiter Jürgen Binder anlässlich seiner Jahresbilanz-Pressekonferenz einen dramatischen Fall auf. Eine knapp 22-jährige Waldviertlerin nahm einen Job als Tierpflegerin auf einem Reiterhof im Marchfeld an und bekam für 6 Wochen arbeiten gerade einmal 260 Euro ausbezahlt. Jürgen Binder: „Manche Arbeitsverträge sind vollgestopft mit Klauseln, hier ist das Gegenteil der Fall – es gab nicht einmal einen Dienstzettel mit Bruttoeinkommen und Arbeitszeitvereinbarung.“ Da für diesen Betrieb kein Kollektivvertrag gilt, schafften es nur die AK-ExpertInnen, den richtigen Lohn auszurechnen. „Mit über 500 Überstunden und Mehrarbeit komme ich auf einen Fehlbetrag von rund 10.000 Euro brutto“, zeigte der AK-Bezirksstellenleiter noch einmal auf, dass es besser ist, die Lohnabrechnung bei Unregelmäßigkeiten sofort überprüfen zu lassen.

Jahresbilanz Jänner bis Dezember 2010 Bezirk Zwettl

Beratungstätigkeit in der Bezirksstelle
Persönliche Beratungen 1.049

Interventionen beim Arbeitgeber 69 Fälle
Kostenloser Vertretung vor Gericht 31 Fälle
Außergerichtlich eingebracht 44.853 Euro
Gerichtlich eingebracht 101.262 Euro
Gesamt 146.115 Euro


„Für die ArbeitnehmerInnen des Bezirks konnten insgesamt 146.115 Euro an Entgeltnachzahlungen erreicht werden“, verwies AKNÖ-Präsident Hermann Haneder auf den kostenlosen Rechtsschutz für alle ArbeitnehmerInnen, „ohne AK-Unterstützung wäre dieses Geld verloren gewesen“.

Weiters wurden 41 ArbeitnehmerInnen aus 9 insolventen Betrieben vertreten. Dabei wurden Ansprüche in der Höhe von 382.561 Millionen Euro gesichert.

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