Jahresbilanz im Bezirk Tulln

Arbeitsvertrag war falsch: AK fordert 10.000 Euro Nachzahlung

„Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht ganz genau verstehen“, richtet AK-Bezirksstellenleiterin Brigitte Radl einen Appell an die ArbeitnehmerInnen, nicht blindlings Arbeitsverträge zu unterschreiben. Die Folgen können fatal sein. Zwei Fahrverkäufer aus dem Bezirk waren für einen Lebensmittel-Zustelldienst im Dauereinsatz, erhielten jedoch nur Verträge als „Freie Dienstnehmer“. Brigitte Radl: „Das war eindeutig eine Mogelpackung, denn es waren alle Bedingungen für ein normales Arbeitsverhältnis gegeben.“ Die zwei Zusteller wurden erst stutzig, als sich das Finanzamt mit einer Nachforderung meldete und suchten Unterstützung bei den AK-ExpertInnen. In der AK-Bezirksstelle wurde das ganze Ausmaß der falschen Entlohnung aufgedeckt. „Für einen Fahrverkäufer ergab sich ein Fehlbetrag von 10.000 Euro brutto, für den zweiten von über 6.000 Euro brutto.“ Einige Ansprüche waren allerdings bereits verfallen. „Wenn man sich nicht sicher ist, sofort zur AK-Beratung kommen und nicht zuwarten“, rät AK-Bezirksstellenleiterin Radl.

Jahresbilanz Jänner bis Dezember 2010 Bezirk Tulln

Beratungstätigkeit in der Bezirksstelle
Persönliche Beratungen 1.756
Interventionen beim Arbeitgeber 125 Fälle
Kostenlose Vertretung vor Gericht 67 Fälle
Außergerichtlich eingebracht 114.948 Euro
Gerichtlich eingebracht 407.473 Euro
Gesamt 522.421 Euro


„Für die ArbeitnehmerInnen des Bezirks konnten insgesamt 522.421 Euro an Entgeltnachzahlungen erreicht werden“, verwies AKNÖ-Präsident Hermann Haneder auf den kostenlosen Rechtsschutz für alle ArbeitnehmerInnen, „ohne AK-Unterstützung wäre dieses Geld verloren gewesen“.

Weiters wurden für 160 ArbeitnehmerInnen aus 24 insolventen Betrieben 1,1 Mio. Euro gesichert.

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