Jahresbilanz 2010 im Bezirk Mödling
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Fürst: Finte in Arbeitsvertrag „frisst den Urlaub auf“
„Arbeitsverträge sind oft wie ein Buch mit sieben Siegeln und beschneiden nicht selten die Rechte der ArbeitnehmerInnen“, rief AK-Bezirksstellenleiter Franz Fürst anlässlich seiner Jahresbilanz die Dienstgeber zu mehr Fairness auf. Ein Arbeitskräfteüberlasser aus dem Bezirk baute eine regelrechte Finte in einen Arbeitsvertrag ein: Auf 18 Arbeitstage sollten 12 freie Tagen folgen. Der Haken: „Der Jahresurlaub sollte automatisch in den freien Tagen stückchenweise konsumiert werden.“ Überstunden, Zeitausgleich, Wochenendruhe, alles war „in einem Knäuel“ und wäre nicht mehr zu überprüfen gewesen.
Zu allem Überdruss musste der Dienstnehmer „ausdrücklich und unwiderruflich auf allfällige Ansprüche (…)“ verzichten. Franz Fürst: „Diese Bestimmung sollte wohl den Dienstnehmer davon abhalten, zu seiner gesetzlichen Interessenvertretung, der Arbeiterkammer, zu gehen und seine Rechte einzufordern.“ Solche Einschränkungen kann die AK nicht hinnehmen.
Jahresbilanz Jänner bis Dezember 2010 Bezirk Mödling
Beratungstätigkeit in der Bezirksstelle
Persönliche Beratungen 2.259
Interventionen beim Arbeitgeber 346 Fälle
Außergerichtlich eingebracht 351.500 Euro
Gerichtlich eingebracht 916.825 Euro
Gesamt 1,268.325 Euro
Weiters wurden 390 ArbeitnehmerInnen aus 49 insolventen Betrieben vertreten. Dabei wurden Ansprüche in der Höhe von 2,0 Millionen Euro gesichert.
„Für die ArbeitnehmerInnen des Bezirks konnten insgesamt 1,268.325 Euro an Entgeltnachzahlungen erreicht werden“, verwies AKNÖ-Präsident Hermann Haneder auf den kostenlosen Rechtsschutz für alle ArbeitnehmerInnen, „ohne AK-Unterstützung wäre dieses Geld verloren gewesen“.
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