Jahresbilanz 2010 im Bezirk Mistelbach

Täglich eine halbe Stunde Gratis-Arbeit? Nicht, wenn´s die AK erfährt

Eine größere Textilkette, die in vielen NÖ-Städten vertreten ist, trifft mündliche Nebenabsprachen, in denen die MitarbeiterInnen zur einer halben Stunde Mehrarbeit verpflichtet werden. Diese Mehrarbeit darf in den Arbeitsberichten nicht aufscheinen und wird auch nicht bezahlt. Diesen brisanten Fall deckte AK-Bezirksstellenleiter Rudolf Westermayer anlässlich seiner Jahresbilanz-Pressekonferenz auf. Bei einer älteren Angestellten, die im Krankenstand gekündigt wurde, ging dieser Plan allerdings nicht auf. Westermayer: „Da auch ein mündlicher Vertrag ein gültiger Vertrag ist, forderte die AK die Geschäftsleitung in Deutschland auf, die gesamte Arbeitszeit zu bezahlen. Also auch jene Stunden, die offiziell nicht erfasst sind.“ Tatsächlich wurde anstandslos bezahlt. Westermayer: „Man kann sich leicht ausrechnen, wie viel unbezahlte Arbeit in allen österreichischen Filialen zusammenkommt.“

Ausstehende Löhne und Gehälter

So wie in diesem Fall forderte die AK Mistelbach im ersten Halbjahr insgesamt für 61 ArbeitnehmerInnen ausstehende Löhne und Gehälter ein. „Leider müssen wir feststellen, dass es viele Arbeitgeber auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen“, so Bezirksstellenleiter Westermayer. Von Jänner bis Juni mussten 30 Fälle dem zuständigen AK-Rechtsschutzbüro in Korneuburg übertragen werden, das die Klagen beim Arbeitsgericht einbringt.
„Für die ArbeitnehmerInnen des Bezirks konnten insgesamt 138.590 Euro an Entgeltnachzahlungen erreicht werden“, verwies AKNÖ-Präsident Hermann Haneder auf den kostenlosen Rechtsschutz für alle ArbeitnehmerInnen, „ohne AK-Unterstützung wäre dieses Geld verloren gewesen“.

Weiters wurden die Ansprüche für 54 ArbeitnehmerInnen aus 10 insolventen Betrieben gesichert.

Jahresbilanz Jänner bis Dezember 2010 Bezirk Mistelbach

Beratungstätigkeit in der Bezirksstelle
Persönliche Beratungen 1.226

Interventionen beim Arbeitgeber 139 Fälle
Kostenloser Vertretung vor Gericht 63 Fälle
Außergerichtlich eingebracht 110.890 Euro
Gerichtlich eingebracht 168.167 Euro
Gesamt 279.057 Euro


„Für die ArbeitnehmerInnen des Bezirks konnten insgesamt 279.057 Euro an Entgeltnachzahlungen erreicht werden“, verwies AKNÖ-Präsident Hermann Haneder auf den kostenlosen Rechtsschutz für alle ArbeitnehmerInnen, „ohne AK-Unterstützung wäre dieses Geld verloren gewesen“.

Weiters wurden 111 ArbeitnehmerInnen aus 22 insolventen Betrieben vertreten. Dabei wurden Ansprüche in der Höhe von 900.724 Euro gesichert.

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