Jahresbilanz im Bezirk Amstetten

Streit um Ausbildungskosten: Ex-Chef fordert 5.200 Euro zurück

„Aus- oder Weiterbildungen im Betrieb können zu sehr hohen Rückzahlungsforderungen an die DienstnehmerInnen führen“, wies AK-Bezirksstellenleiter Robert Schuster anlässlich seiner Jahresbilanz auf wenig bekannte Tücken in Arbeitsverträgen hin.
Ein Servicetechniker aus dem Bezirk soll jetzt 5.200 Euro Ausbildungskosten inklusive seines Lohnes für diese Zeit an seinen früheren Chef zurückzahlen. Robert Schuster: „Im Arbeitsvertrag war aber klar festgelegt, dass nur bei einer fristlosen Entlassung zurückgezahlt werden muss. Das war hier nicht der Fall.“ Die AK-ExpertInnen sind zuversichtlich, dem jungen Mann das Geld retten zu können. „Er hätte sonst 3 Monate gratis gearbeitet“, so der AK-Bezirksstellenleiter.
In der Praxis kommt es immer wieder zu Unklarheiten, wo eine normale Einschulung in die betrieblichen Gegebenheiten endet und eine berufliche Weiterbildung beginnt. Schuster: „Kosten für eine Einschulung in die betrieblichen Gepflogenheiten können auf keinen Fall zurückgefordert werden.“

Jahresbilanz Jänner bis Dezember 2010 Bezirk Amstetten

Beratungstätigkeit in der Bezirksstelle
Persönliche Beratungen 3.667
Interventionen beim Arbeitgeber 347 Fälle
Kostenlose Vertretung vor Gericht 86 Fälle
Außergerichtlich eingebracht 471.779 Euro
Gerichtlich eingebracht 872.075 Euro
Gesamt 1,343.854 Euro

Weiters wurden 133 ArbeitnehmerInnen aus 21 insolventen Betrieben vertreten. Dabei wurden Ansprüche in der Höhe von 1,046 Millionen Euro gesichert.

„Für die ArbeitnehmerInnen des Bezirks konnten insgesamt 1,343.854 Euro an Entgeltnachzahlungen erreicht werden“, verwies AKNÖ-Präsident Hermann Haneder auf den kostenlosen Rechtsschutz für alle ArbeitnehmerInnen, „ohne AK-Unterstützung wäre dieses Geld verloren gewesen“.

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