AK Treibstoffpreis-Analyse: Rekordpreise!

Die AK Treibstoffpreis-Analyse von Anfang März bei knapp 1.480 Tankstellen in ganz Österreich zeigt: Die Preisunterschiede zwischen den Bundesländern sind enorm. Wie zu erwarten, sind Diskonter günstiger als Markentankstellen. An den Autobahn-Tankstellen sind die Preise extrem hoch. Preise vergleichen lohnt sich bei Rekordpreisen noch mehr.

Teuerste Bundesländer: Tirol & Vorarlberg

Es gibt auch zwischen den Bundesländern große Preisunterschiede. Während die westlichen Bundesländer Tirol und Vorarlberg die Preisspitze bilden, tanken die Autofahrer in der Steiermark im Österreich-Vergleich relativ am günstigsten. Der Unterschied zwischen dem teuersten Bundesland (Tirol) und dem relativ günstigsten Bundesland (Steiermark) beträgt bei Diesel 4,4 Cent pro Liter und bei Eurosuper 4,3 Cent pro Liter.

Im Vergleich zu Dezember 2010 sind das Burgenland und Niederösterreich zwar nicht mehr die billigsten Bundesländer. Aber gemeinsam mit Wien und Salzburg liegt der Spritpreis dort weiterhin unter dem österreichischen Durchschnitt. Teurer als der Durchschnitt sind neben Tirol und Vorarlberg die Bundesländer Kärnten und Oberösterreich.

Preisvergleiche bringen bis zu 9 Euro Ersparnis pro Tank

Preisvergleiche sind jetzt noch wichtiger. In Wien gibt es beispielsweise in der Inneren Stadt (1. Bezirk) in einem kleinen Umkreis Preisunterschiede von bis zu 14,3 Cent pro Liter bei Diesel und 15,3 Cent pro Liter bei Eurosuper. Bei einer Tankfüllung (60 Liter) Eurosuper können sich AutofahrerInnen somit mehr als neun Euro sparen, wenn sie zum günstigeren Diskonter fahren.

An Autobahntankstellen ist die Preisexplosion noch stärker zu spüren als an herkömmlichen Tankstellen. Sie sind im Durchschnitt um 9,2 Prozent (Eurosuper) oder um 8,5 Prozent (Diesel) teurer als andere Tankstellen. Auch weiterhin gilt: Das Tanken bei Diskontern ist im Regelfall billiger als bei Markentankstellen.

Preistreiberei trifft PendlerInnen

Rekordpreis aller Zeiten bei Eurosuper. Die Dieselpreise sind auch kräftig in die Höhe gegangen. Die Leidtragenden der Preistreiberei sind wieder einmal die Autofahrer, insbesondere die Pendler-Innen, die auf das Auto angewiesen sind. Eine Dieselfahrerin, die täglich 25 Kilometer in eine Richtung zur Arbeit fährt, muss damit allein im März 2011 monatlich um 18 Euro mehr zahlen als noch vor einem Jahr.

15,6 Prozent Preissteigerung bei Eurosuper

Die AK Treibstoffpreis-Analyse zeigt: Während Eurosuper an Österreichs Tankstellen noch vor einem Jahr (3. März 2010) durchschnittlich 1,182 Euro pro Liter gekostet hat, ist der Preis Anfang März 2011 auf 1,360 Euro pro Liter geklettert. Mit dieser Steigerung um satte 15,6 Prozent erreichte Eurosuper ein historisches Allzeithoch. Bei Diesel fielen die Preissteigerungen im Jahresvergleich sogar noch höher aus – plus gewaltige 24,5 Prozent. Die Preise sind seit der Erhebung noch weiter hinaufgegangen und haben neue Spitzenwerte erreicht.

MöSt hat rund ein Viertel Anteil an Preissteigerung

An den Preissteigerungen im Jahresvergleich hat die erhöhte Mineralölsteuer (per 1.1.2011) beim Sprit einen Anteil von rund einem Viertel (22,7 Prozent bei Diesel und 27 Prozent bei Eurosuper). Das heißt: Von den 26,4 Cent pro Liter Preissteigerung bei Diesel entfallen sechs Cent pro Liter auf die Mineralölsteuer-Erhöhung (inklusive Mehrwertsteuer). Bei der Eurosuper-Preissteigerung von 17,8 Cent pro Liter entfallen 4,8 Cent pro Liter auf die Mineralölsteuer-Erhöhung (inklusive Mehrwertsteuer). Wäre die Mineralölsteuer im Jänner nicht erhöht worden, gäbe es aber trotzdem noch Preissteigerungen von 18,9 Prozent bei Diesel und elf Prozent bei Eurosuper.

Noch stärker als die Preise bei konventionellem Diesel haben die Preise beim Biodiesel angezogen. Der Preis für Biodiesel ist gegenüber dem Vorjahr regelrecht explodiert und liegt um 30,5 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Steigende Rohstoffpreise durch Spekulation

Die steigenden Rohstoff- und Ölpreise gehen eindeutig auf das Konto von Spekulanten – es handelt sich um dreiste Preistreiberei. Die steigenden Preise haben nichts mit Angebot oder Nachfrage oder Lagerständen zu tun. Auch Unruhen und Katastrophen werden gerne vorgeschoben. Schon 2008 stellte eine deutsche Studie fest: Der Anteil von Öl-Spekulationen am damaligen Spritpreis betrug 35 bis 40 Prozent. Und die Mineralölkonzerne, die selbst Öl fördern, profitieren ebenfalls.

Sie schreiben Rekordgewinne und die Konsumenten zahlen Rekordpreise. Die AK fordert daher den Wirtschafts- und Finanzminister auf, dem Preiswucher rasch einen Riegel vorzuschieben. Überdies verlangt die AK einen sozial gerechten Freibetrag statt dem bestehenden Pendlerpauschale damit auch jene entlastet werden, die weniger verdienen und ohnehin jeden Cent zweimal umdrehen müssen. Es muss sofort etwas geschehen, bevor sich die Preisschlinge für die Konsumenten zuzieht.

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